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Nicht nur helfen, machen!

Von JULIA BÄHR, Illustrationen von JAN-HENDRIK HOLST

16.04.2019 · Wenn die Frau mehr im Haushalt arbeitet als der Mann, ist das Sprengstoff in einer Beziehung. Besser also drüber reden – auch wenn’s unromantisch ist.

Wolfgang Schäuble ist nicht gerade als großer Feminist bekannt, aber auch er hat kürzlich klare Worte gefunden: Die für die Gesellschaft unverzichtbaren Tätigkeiten, die auch heute noch ganz überwiegend Frauen unbezahlt verrichteten, müssten anders aufgeteilt werden, forderte der Bundestagspräsident. Dazu zählten Kindererziehung, Hausarbeit und Pflege. „Eine weithin akzeptierte Erkenntnis, an deren Umsetzung Männer gelegentlich mit Nachdruck erinnert werden müssen“, sagte Schäuble. Die „Bild“-Zeitung machte aus dieser Rede fatalerweise die Schlagzeile, Männer sollten mehr im Haushalt helfen, woraufhin auf Twitter der Satz Karriere machte: „Hilfst du deiner Frau auch beim Sex, oder macht ihr den gemeinsam?“

Denn Haushalt und Kindererziehung sind grundsätzlich nicht der Job eines Partners, bei dem der andere etwas zur Hand geht – es sei denn, das ist genau so vereinbart. Aber es hapert doch schon an den Vereinbarungen: Die wenigsten Paare setzen sich mit einer Liste hin und überlegen sich in Ruhe, wer für welche Aufgaben zuständig ist. Bei den meisten ruckelt es sich irgendwie zurecht, und wohin das führt, das zeigen etliche Studien: Auch wenn sie in ihrem Erwerbsjob genauso viel oder mehr arbeitet als ihr Partner, verbringt die Frau meist mehr Zeit mit Hausarbeit. Oft haben beide trotzdem das Gefühl, die Arbeit sei gleich aufgeteilt – aber die Frau wundert sich, warum sie immer so erschöpft ist.

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