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Neues Parfum „Narciso“ : Im Spiegel seiner Düfte

Auf die Verpackung kommt es an: Narciso Rodriguez weiß das aus der Mode - und wendet es seit einem Jahrzehnt auch bei seinen Parfums an. Bild: PR

Seine Mode ist minimalistisch, seine Parfums sind maximal. Narciso Rodriguez hat rechtzeitig zum Fest einen neuen Duft auf den Markt gebracht. Auch seine Eltern bekommen „Narciso“ geschenkt.

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          Das musste so kommen. Narciso Rodriguez brachte im Jahr 2003 den Duft „for her“ heraus. 2007 folgte „for him“. Was sollte da eigentlich noch für ihn selbst bleiben? Natürlich, sein eigener Name, seine eigene Geschichte, seine eigene Marke.

          Alfons Kaiser

          Verantwortlicher Redakteur für das Ressort „Deutschland und die Welt“ und das Frankfurter Allgemeine Magazin.

          Kein Wunder, dass es jetzt nicht mehr nur Narciso gibt, also den Mann mit dem selbstbezüglichen Namen, sondern auch „Narciso“, den gleichnamigen Duft. Narciso hat in diesem Jahr zu „Narciso“ gefunden, also nach einem halben Jahrhundert zu sich selbst, in einem anderen Aggregatzustand.

          Da muss der Modedesigner, der nicht nur ein gutes Auge hat, sondern auch eine gute Nase, selbst lachen. Nicht dass es groß auffiele hier in seinem Studio am Irving Place, gleich um die Ecke von Union Square und Gramercy Park in Manhattan. Denn der sonore Bass des Dreiundfünfzigjährigen geht zwischen den vielen Stimmen der weiblichen Angestellten unter, die damit beschäftigt sind, Mode-Einkäufern die Kollektion für Frühjahr und Sommer 2015 näherzubringen.

          Weihnachtsgeschenke in der Familie Rodriguez

          Es ist eine lange Geschichte, deren Kreis dieser neue Duft schließt. „Über ,Narciso’ habe ich schon mit Anfang zwanzig nachgedacht“, sagt Narciso, der damals Design an der Parsons School studierte. „Denn das ist ja wohl ein logischer Name für einen Duft.“

          Kann man wohl sagen. Besonders wenn auch der Vater Narciso heißt, und wenn sogar dessen Vater auf den Namen hörte. Das führt dann zum Beispiel in diesem Jahr zu Weihnachten dazu, dass Narciso Narciso ,Narciso’ schenkt. Wir dürfen es schon hier und jetzt verraten, weil Narciso Rodriguez senior, der mit seiner Frau in New Jersey und in Florida lebt, als Einwanderer aus Kuba Spanisch und Englisch spricht, aber nicht Deutsch.

          Dieses Kleid half seiner Karriere auf die Sprünge: Michelle Obama in einem Narciso Rodriguez Kleid.

          Der Erfolg mit den Parfums war nicht unbedingt zu erwarten. Denn in der Mode hatte Narciso Rodriguez immer wieder mit Rückschlägen zu kämpfen. Der Modeschöpfer, der schon für Anne Klein und Calvin Klein arbeitete, danach als Chefdesigner für Cerruti (1995-1997) und Loewe (1997-2001), hatte in seiner Marke unter eigenem Namen Streit mit Anteilseignern und Schwierigkeiten mit dem Absatz. Aus einer mittleren Krise führte ihn Michelle Obama, als sie am 4. November 2008, kurz nach der Wahl ihres Mannes zum amerikanischen Präsidenten, in einem Rodriguez-Kleid auf die Bühne eilte.

          „Spannend ist das, was bleibt.“

          Vor allem aber helfen dem Designer die Düfte. „Als ich ,for her’ auf den Markt brachte, wurden gleichzeitig 75 weitere Parfums herausgebracht.“ Aber es wurde ein Erfolg. Er führt das auf systematische Arbeit zurück: „Ich habe immer viel Energie hineingesteckt, in das Konzept, die Mixtur, die Verpackung. Ich habe aber auch Glück gehabt, dass ich mit Beauté Prestige International zusammenarbeite.“ Der Parfumhersteller, so meint er schwärmerisch, helfe ihm dabei, seine Träume zu verwirklichen.

          Mit zunehmendem Alter mag ihm das wichtiger werden - nicht so vergänglich zu sein. Die Mode ist nach einer Saison vorbei: „Ich lebe so sehr in der Zukunft, dass ich mich manchmal wundere, was da noch in den Geschäften hängt.“ Die Düfte verduften nicht so schnell: „Spannend ist das, was bleibt. Oder sich nur langsam erneuert.“

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