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Naomie Harris und Emily Watson : „Auf jahrelang den gleichen Job hätte ich keine Lust“

  • -Aktualisiert am

Bekannt geworden als Moneypenny in James Bond: Naomie Harris Bild: Picture-Alliance

Die Schauspielerinnen Naomie Harris und Emily Watson spielen in der Gruselserie „The Third Day“ mit. Im Gespräch erzählen sie, was ihnen Unbehagen bereitet, warum sie Zoom-Gespräche mögen und welche Projekte sie trotz Lockdown angepackt haben.

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          Doppelgespräche sind für Interviews nicht immer die dankbarste Konstellation, doch natürlich lässt man sich gerne darauf ein, wenn die Beteiligten zwei der spannendsten britischen Schauspielerinnen unserer Zeit sind. Naomie Harris und Emily Watson, die beide in der unheimlichen neuen Psychogrusel-Serie „The Third Day“ (in der Originalfassung verfügbar bei Sky Ticket und Sky Q) mitspielen, könnten kaum unterschiedlichere Karrieren haben. Harris, Tochter einer aus Jamaika stammenden Drehbuchautorin, stand schon als Kind vor der Kamera, war als Erwachsene in Erfolgsfilmen wie „28 Days Later“, „Pirates of the Carribean – Fluch der Karibik 2“ oder „Rampage“ zu sehen und ist ein Star, seit sie als Moneypenny an der Seite des von Daniel Craig interpretierten James Bond aktiv ist und für „Moonlight“ eine Oscar-Nominierung bekam. Watson hingegen holte Lars von Trier für „Breaking the Waves“ vom Theater auf die Leinwand (dafür gab’s eine Oscarnominierung). Sie war in „Gosford Park“ und „Punch-Drunk Love“ mit von der Partie und ist auf Nebenrollen in Arthouse-Filmen („Die Entdeckung der Unendlichkeit“) und Fernsehserien („Chernobyl“) spezialisiert. Beim Video-Telefonat zeigt sich: auch im Privaten scheint es bei den Schauspielerinnen, die beide von der Queen mit dem Order of the British Empire geehrt wurden, Unterschiede zu geben. Während Harris in ihrem frisch bezogenen Haus in einem ganz in weiß gehaltenen Wohnzimmer zwischen Kamin und Orchidee sitzt, ist Watson dagegen in einem familiär-chaotischen Arbeitszimmer vor einem alten Holzregal voller Bücher und Fotos zu sehen.

          Frau Harris, Frau Watson, „The Third Day“ ist mal wieder eines dieser faszinierenden Projekte, über die man in einem Gespräch wie diesem eigentlich nichts verraten darf, um dem Publikum nicht den Spaß zu verderben. Wie halten Sie es, wenn Sie Serien und Filme gucken? Lesen Sie vorher, worum es geht und was die Kritiker sagen?

          Harris: Nein, ich möchte am liebsten gar nichts wissen und mich blind auf eine Sache einlassen. Ich gucke mir auch keine Trailer an. Wenn man heutzutage so eine Vorschau für einen Film sieht, hat man doch das Gefühl, schon den kompletten Plot zu kennen. Das kann ich gar nicht leiden. Viel lieber möchte ich mich überraschen lassen.

          Watson: Klar, überrascht zu werden ist etwas Wunderbares. Aber eigentlich werfe ich dann doch ganz gerne einen Blick auf die Kritiken. Schließlich möchte ich wissen, ob ein Film es auch wert ist, dass ich ihm meine schwer verdiente Freizeit widme.

          Und wonach entscheiden Sie als Schauspielerinnen, welches Projekt Ihre Zeit wert ist? Ist die Rolle, die es zu spielen gilt, das wichtigste? Oder sind es die Menschen, mit denen man arbeitet?

          Watson: An erster Stelle steht für mich immer ein gutes Drehbuch, auch jenseits meiner eigenen Rolle. Wenn ein Skript schlecht ist, können auch die tollsten Leute die Sache selten retten. Natürlich ist es ein großer Anreiz, wenn ein toller Kollege beteiligt ist, so wie Jude Law jetzt bei „The Third Day“. Auch wo gedreht wird, ist eine wichtige Frage. Aber letztlich steht und fällt für mich alles mit dem Drehbuch.

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