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Sexualpädagogin im Gespräch : „Man redet Müttern ein, sie müssten unzufrieden mit dem Körper sein“

Eine Frau macht Dehnübungen neben ihrem Kinderwagen. Bild: Picture-Alliance

Zwischen Fuckability-Zwang und Kinderstress: Die Grazer Sexualpädagogin Katja Grach hat ein Buch über den Sexualtrieb von Müttern veröffentlicht – im Interview spricht sie über die Vermarktung des weiblichen Körpers.

          3 Min.

          Frau Grach, auf meiner Joggingstrecke sehe ich oft eine Gruppe junger Mütter, die, mit Kinderwagen bewaffnet, Fitness macht. Es ist verständlich, dass man sich nach der Schwangerschaft wieder körperlich betätigen will. Aber steckt dahinter noch etwas anderes?

          Johanna Dürrholz
          Redakteurin im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Es gibt da zwei Dimensionen. Zum einen ist es leichter, wenn man keine Betreuung während des Sports organisieren muss und die Kinder einfach mitnehmen kann. Zum anderen werden Sportkurse für Mütter auf eine ganz besondere Art beworben: Da geht es nicht um Rückbildungsgymnastik oder Wohlbefinden, eine Schwangerschaft ist ja strapaziös und hinterlässt Spuren am Körper, sondern es geht vor allem darum, sexy zu sein. Das ist ein recht neues gesellschaftliches Ideal, dass auch Mütter sexy sein sollen. Subsumiert wird es unter dem Begriff „Milf". Das steht für „Mom I'd like to fuck“ und kommt aus der Teenie-Komödie „American Pie“. In Amerika brüsten sich Promi-Mütter gern mit dem Milf-Titel. Es gab aber auch in Deutschland mal ein Fitnessprogramm mit dem Namen „Milf-Maker“. Die Milf steht auch für einen gewissen Tabubruch.

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