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Medizin und Nahrungsmittel : Bitte nicht mischen!

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Die allerdings sollten tatsächlich lieber zu etwas anderem greifen, wenn sie ihre Herzmittel schlucken: Wer dazu Grapefruit isst oder den Saft trinkt, blockiert damit das Abbausystem, das sich eigentlich um die Herzmedikamente kümmern müsste. Die zur Zerlegung nötigen Enzyme sind dann sozusagen mit den Stoffen aus der Grapefruit hinreichend beschäftigt. So kann das Medikament nicht, wie vorgesehen, abgebaut werden und liegt länger in seiner Wirkungsform im Körper vor - wodurch es stärker wirken kann.

Grapefruit und Herzmedikamente: Ein schönes Beispiel für Wechselwirkungen

Antidepressiva und Salami

Menschen, die Mittel gegen Depressionen oder gegen die Parkinson-Krankheit einnehmen, müssen bei Lebensmitteln aufpassen, die viel Tyramin enthalten, ein Abbauprodukt der Aminosäure L-Tyrosin. Das sind besonders eiweißhaltige Produkte, die lange gelagert oder getrocknet wurden. Salami zum Beispiel, bestimmte Käsesorten, aber auch Avocado - zu den einzelnen Medikamenten gibt es oft eine lange Liste mit Lebensmitteln. Tyramin beeinflusst den Blutdruck, ist in Nahrungsmitteln normalerweise aber ungefährlich. Viele Antidepressiva jedoch hemmen die Enzyme, die das Tyramin abbauen. „Dann kann der Blutdruck massiv steigen, das kann sogar lebensgefährlich sein“, sagt unsere Expertin Overwiening.

Salami enthält viel Tyramin.

Mittel gegen Sodbrennen und Orangensaft

Die meisten Patienten mit Sodbrennen oder säurebedingten Magenbeschwerden verzichten schon von sich aus auf Orangensaft und andere scharfe Fruchtsäfte. Sie merken nämlich oft quasi sofort, dass die Säure ihnen nicht guttut und Magenschmerzen oder Sodbrennen sich verschlimmern.

Gerade wenn man aber Mittel wie Talcid oder Renny nimmt, die die Magensäure binden sollen, ist es natürlich kontraproduktiv, da zusätzliche Säure in Form von Saft draufzukippen. Neben der Tatsache, dass säurehaltige Lebensmittel den Betroffenen ohnehin oft Beschwerden machen, ist es nämlich so: Die Medikamente haben nur eine bestimmte Säurebindungskapazität. Und die sollte idealerweise nicht schon mit dem Glas Saft, mit dem die Tablette hinuntergeschluckt wird, ausgereizt werden.

Medikamente haben nur eine bedingte Säurebindungskapazität.

Gerinnungshemmer und grünes Gemüse

Große Mengen Grünkohl, Brokkoli oder Spinat sind ein Problem für Menschen, die Gerinnungshemmer einnehmen müssen. Dabei geht es nicht nur um die Mahlzeit, bei der das Medikament geschluckt wird, sondern sozusagen um die gesamte verzehrte Menge von grünem Gemüse. Der Grund: Vitamin K ist nötig für die Gerinnungskaskade im Körper. Es sorgt also mit dafür, dass Blutungen gestoppt werden und das Blut „dicker“ wird. Gerinnungshemmer wirken dem ent- gegen und setzen dabei meist beim Vitamin K an. Wenn gleichzeitig viel davon über die Nahrung aufgenommen wird, also eben beispielsweise über Grünkohl, dann kann der Wirkmechanismus der Medikamente gestört werden. Es geht dabei aber schon um große Mengen. Wer zwei Löffel Spinat isst, muss nicht in Panik verfallen.

Wer zwei Löffel Spinat isst, muss nicht in Panik verfallen.

Blutdruckmittel und Lakritze

Apotheker empfehlen Menschen, die blutdrucksenkende Mittel benötigen, auf Lakritze zu verzichten oder nur wenig davon zu essen. Der Grund: Lakritze enthält Süßholzextrakt, und da ist Glycyrrhizinsäure drin. „Die erhöht den Blutdruck. Das kann selbst bei kleinen Mengen Lakritze ganz erheblich sein“, sagt die Apothekerin Overwiening. Oft wird auch Menschen, die Immunsuppressiva einnehmen - die sind ohnehin mit vielen Nebenwirkungen verbunden - von Lakritze abgeraten.

Bei der Einnahme von blutdrucksenkenden Mitteln auf Lakritze verzichten.

Und das ist außerdem noch gut zu wissen

Rauchen: Ja, jeder weiß, dass Rauchen gesundheitsschädlich ist. Kommt die Einnahme bestimmter Medikamente hinzu, kann es jedoch besonders problematisch sein. Und ein bisschen paradox ist es zuweilen auch: So werden Asthmatiker immer wieder einmal davor gewarnt, ihre Medikamente zusammen mit schwarzem Pfeffer einzunehmen. „Rauchen ist natürlich viel schlimmer“, sagt die Apothekerin Overwiening - auch wenn der Effekt grundsätzlich derselbe ist: Die Bronchien, die eigentlich erweitert werden sollen, ziehen sich zusammen. Außerdem sollten Frauen, die die Antibabypille einnehmen, aufs Rauchen verzichten.

Alkohol: Alle Medikamente, die zentral wirken, vertragen sich nicht gut mit Alkohol. Die Schlagkraft mancher Präparate kann sich so verstärken. Das liegt daran, dass besonders die Leber die Kombination nicht mag: Wenn sie mit dem Alkohol beschäftigt ist, kann sie sich nicht um den Abbau der Pillen kümmern - ein Effekt, der übrigens auch bei sehr fettem Essen auftreten kann. Wer Schmerzmittel nimmt, sollte in jedem Fall keinen Alkohol trinken. Insbesondere in Kombination mit Paracetamol droht im schlimmsten Fall akutes Leberversagen.

Koffein: Kaffee und Cola sind (von den Gerbstoffen abgesehen) nicht grundsätzlich ein Problem. Da Koffein die Gefäße erweitert, kann es beispielsweise Mittel gegen Kopfschmerzen noch unterstützen. Gleiches gilt für Patienten mit Asthma. „Die müssen nur aufpassen, wenn sie schon ein Medikament auf Koffeinbasis einnehmen“, sagt Fachfrau Overwiening.

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