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Konsumkultur : Was Drogerien so beliebt macht

„Die Herausforderung ist nicht das Reinnehmen“, sagt Christoph Werner, der Sohn des Gründers von dm. Es sei das „Trennen von“. Bild: Frank Röth

Die Drogerie ist ein Markt, eine Oase, ein Tempel. Warum fühlen sich viele Menschen dort so wohl, speziell bei dm? Über einen seltsamen Teil der Konsumkultur.

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          Als erstes sieht man die Carefrees und Always und o.b.s, aber deswegen hat Christoph Werner kurz zuvor nicht darauf gedrängt, noch einen Abstecher in die Abteilung Damenhygiene zu machen. Nicht wegen der Tampons und Slipeinlagen. „Schauen Sie, kommen Sie mal mit.“

          Jennifer Wiebking

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Dem Sohn des Gründers der Drogeriemarktkette dm, der das Marketing und die Beschaffung leitet, geht es um etwas anderes, nämlich um Menstruationstassen. In viel kleineren Boxen stehen sie hier zwischen den bekannten Produkten. Im Vergleich muten sie an wie kleine Schätze. Sie heißen t.o.c. – Tage ohne Chemie, Merula, Selenacup. Die Stimme des Sechsundvierzigjährigen hebt sich, während er über diese Tassen spricht, als er erzählt, wie seine Mitarbeiter eines Tages beobachteten, dass immer mehr User den Begriff „Menstruationstasse“ bei Google in die Suchmaske eingaben, dass die großen Konzerne das nicht mitbekamen, dass es dafür aber viele kleine Marken gebe, die man sofort ins Sortiment aufgenommen habe. Die Tassen, ab 9,95 Euro das Stück, verkauften sich jetzt super.

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