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Befragung : Jugendliche immer später sexuell aktiv

Das „erste Mal“ findet später statt, als noch vor 10 oder 15 Jahren. Bild: Picture-Alliance

Junge Menschen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren haben heute später erste sexuelle Erfahrungen als noch vor zehn oder 15 Jahren. Mädchen wie Jungen geben überwiegend zwei Gründe für die sexuelle Zurückhaltung an.

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          Auch wenn es scheint, dass Jugendliche in Deutschland vor allem über das Internet immer früher „sexualisiert“ werden, haben junge Menschen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren heute später erste sexuelle Erfahrungen als noch vor zehn oder 15 Jahren. Das geht aus einer Repräsentativbefragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurde.

          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Während sexuelle Aktivitäten unter den Vierzehnjährigen mit durchschnittlich vier Prozent (2005: Mädchen zwölf, Jungen zehn Prozent) noch die Ausnahme sind, hat im Alter von 17 Jahren mehr als die Hälfte schon Erfahrung mit Geschlechtsverkehr. Junge Frauen ohne Migrationshintergrund haben im Alter von 17 Jahren demnach zu knapp 70 Prozent (2005: 73 Prozent) schon das „erste Mal“ erlebt, bei den gleichaltrigen Frauen mit ausländischen Wurzeln sind es etwa 37 Prozent (2005: 55 Prozent). Unter den siebzehnjährigen Jungen sind es 64 beziehungsweise 59 Prozent (2005: 66 und 79 Prozent).

          „Bin noch zu jung“

          Die repräsentative Befragung von 3556 Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren knüpft an die Vorläuferstudien der Bundeszentrale zur Jugendsexualität aus den Jahren 1980 bis 2015 an. Schwerpunktthemen der Befragungen sind die ersten sexuellen Erfahrungen, das Verhütungswissen und -verhalten sowie die Sexualaufklärung in Schule, Internet und Elternhaus. Zudem wurden 2476 junge Erwachsene im Alter von 18 bis 25 Jahren befragt.

          Als Gründe für die sexuelle Zurückhaltung geben Mädchen wie Jungen überwiegend an: „Fehlen des/r Richtigen“ und „bin noch zu jung“. Nur fünf beziehungsweise zwei Prozent der Jugendlichen mit deutscher Herkunft nennen als Gründe: „unmoralisch“ und „vor der Ehe nicht richtig“. Hingegen gibt fast jedes vierte Mädchen mit Migrationshintergrund an, aus genau diesen Gründen enthaltsam zu sein.

          Beim ersten Geschlechtsverkehr verwenden fast 77 Prozent ein Kondom (2005: 68 Prozent), 30 Prozent nehmen die Pille, die als Verhütungsmittel laut den Zahlen weiter auf dem Rückzug ist. Als Quellen der Sexualaufklärung nennen die Jugendlichen an erster und zweiter Stelle „Schulunterricht“ und „Gespräche“, das „Internet“ folgt erst auf Platz drei.

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