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Acht Fitnessmythen : Nein, Joggen schadet nicht dem Knie!

Mythos 3: Ausreichend regelmäßiges Trinken ist während des Sports wichtig.

Wer häufig angeleitete Kurse im Fitnessstudio besucht, kennt die Aufforderung vom Trainier: „Und nun etwas trinken, bitte!“ Aber auch ohne diesen Hinweis haben viele Freizeitsportler die Angst, beim Schwitzen zu viel Flüssigkeit zu verlieren, und planen deshalb regelmäßige Trinkpausen ein. Banzer sagt: „Es ist nicht belegt, dass die Leistung sich verbessert, nur weil man sich an einen vorgegebenen Trinkrhythmus hält.“ Man fahre besser, wenn man sich an sein individuelles Durstgefühl halte. Der Körper zeige einem, wann er Flüssigkeit benötige und wann nicht. Sich nicht an pauschale Faustregeln zu halten, das sei auch die aktuelle Empfehlung der Sportmedizin. Wer viel schwitzt beim Sport, zeigt übrigens laut Banzer, dass seine Thermoregulation gut trainiert ist. Schnelles Schwitzen sagt nämlich nichts über die Kondition aus - ganz im Gegenteil.

Mythos 4: Regelmäßiges Joggen ist schlecht für das Kniegelenk.

Wenn es im Kniegelenk schmerzt und zieht, heißt es nicht selten von Kollegen und Verwandten: „Das kommt sicherlich vom Joggen.“ Für alle, die sich das immer mal wieder anhören müssen, hat Mediziner Banzer ein Gegenargument. Das menschliche Kniegelenk sei ausgesprochen dynamisch und anpassungsfähig. „Es liegen wissenschaftliche Untersuchungen vor, die zeigen, dass Joggen das Kniegelenk sogar stärkt.“ Bei einer der größten unter diesen Studien fanden die Wissenschaftler heraus, dass gerade die Menschen, die besonders viel laufen, das niedrigste Arthroserisiko hätten. Sollte der Schmerz im Knie aber nicht weggehen, ist es natürlich ratsam, sich an einen Arzt zu wenden und nicht stur weiter zu joggen.

Mythos 5: Vor dem Training sollte man sich unbedingt ausgiebig dehnen.

Soll man nun die Muskeln strecken und recken zum Aufwärmen oder nicht? Diese Frage kann einen als sportbegeisterten Laien fast verrückt machen, aus jeder Ecke eine andere Meinung. Banzer hat mit seinem Team nach wissenschaftlichen Grundlagen gesucht und herausgefunden: Es gibt keine Belege dafür, dass das Dehnen vor dem Training irgendwelche Vorteile bringt. Das statische Dehnen auf der Stelle beugt Verletzungen nicht vor. In Vorbereitung auf ein Tennisspiel beispielsweise sei es ratsam, langsam um den Platz zu laufen, die Gelenke zu bewegen oder sich im Kleinfeld einzuspielen, damit der Körper warm wird. Nach dem Sport sind Dehnübungen übrigens zum „Cool-down“ absolut sinnvoll.

Mythos 6: Am Muskelkater ist die vermehrte Milchsäure schuld, und mit Bewegung bekommt man ihn weg.

Beim genauen Hinhören kann man fast ein leichtes Stöhnen vernehmen, wenn Banzer beginnt, über diesen Irrglauben zu sprechen. Er scheint aus den Köpfen der Menschen nur schwer zu löschen zu sein. „Die Ursache für Muskelkater sind kleine Mikrotraumata in den Muskelzellen“, sagt Banzer. Kennt man die wirkliche Ursache für Muskelkater, könne man auch leicht verstehen, dass man Muskelkater nicht mit Sport bekämpfen kann - ein weiterer Irrglaube. Leichte Bewegung hingegen kann etwas Abhilfe schaffen. Es gebe Hinweise aus Studien, dass Massagen oder Akupunktur beim Bekämpfen der Schmerzen helfe. Die einfachste Variante allerdings bleibt wohl, geduldig abzuwarten, bis der Schmerz nachlässt.

Mythos 7: Wer über 70 ist, kann nicht mehr viel für seine Fitness tun.

„Das ist Quatsch“, sagt der Mediziner. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass sowohl Krafttraining als auch Ausdauertraining bei betagten Menschen zu einer deutlichen Verbesserung der Kraft und des medizinischen Risikoprofils führen. Das heißt, alte Menschen, die ihre Muskelkraft effektiv trainieren, können sich häufig länger selbst versorgen und länger selbständig leben. Außerdem beugen sie so Unbeweglichkeit und Herz-Kreislauf-Beschwerden vor. Das Alter ist keine Entschuldigung beim Sport.

Mythos 8: Kinder dürfen kein Krafttraining machen.

„Selbstverständlich dürfen sie“, sagt Banzer. Krafttraining fördert ihre Körperbeherrschung und Stabilität. Das sagt auch die Forschung. Banzer selbst rät aber - im Gegensatz zu manchen seiner Kollegen - dazu, dass Kinder bis zum Alter von etwa 14 Jahren Krafttraining nur mit dem eigenen Körpergewicht machen sollten, nicht mit Gewichten. Liegestütze oder Klimmzüge sind erlaubt.

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