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Zwölf Produkte im Test : Halten Schwangerschaftsöle ihre Versprechen?

  • -Aktualisiert am

Testerin: Kathrin Bierling Bild: Pahnke, Christina

Schwangerschaftsstreifen gehören zu den gefürchteten Begleiterscheinungen, wenn sich der Körper verändert. Was kann man dagegen tun? Und helfen Produkte? Unsere Autorin hat zwölf Produkte getestet.

          6 Min.

          Mit 40 Jahren bin ich dieses Jahr zum ersten Mal schwanger geworden. Dick war ich zuvor nie, nicht einmal einen Bauchansatz hatte ich. Ich musste also davon ausgehen, dass ich mit meinem Bindegewebe neue Erfahrungen mache. Es entstehen Dehnungsstreifen, Schwangerschaftsstreifen, die man später ohne Laser nicht mehr wegbekommt. Die weiß schimmernden Streifen treten nicht nur bei Wachstumsschüben des Kindes auf, sie können sich auch in der Pubertät abzeichnen und bei forciertem Muskelaufbau.

          Öl auf der Haut allein bringe nicht viel, heißt es häufig. „Es ist nicht die Wirkung des Öls, sondern die Kombination aus Pflegewirkstoff und Massagetechnik“, sagt auch die Hamburger Dermatologin Anna Brandenburg. Man muss deshalb bei Dehnungsmassagen ansetzen. Ist die Haut vorgedehnt, reißen die Kollagen- und Elastinfasern der Unterhaut nicht. Und dafür braucht es eben doch Öle und Cremes. Mich erinnern die schönen Fläschchen in meinem Badezimmer immer an die täglichen Massagen.

          Die Zupfmassage sei die beste Vorbereitung, sagen Dermatologen. „Die Bindegewebszellen in der Haut, die sogenannten Fibroblasten, sind biologisch darauf programmiert, auf mechanische Stressreize zu reagieren“, sagt die Münchner Dermatologin Patricia Ogilvie. Sie empfiehlt Zupfmassagen mit zwei Fingern, sogenannte Überschussmassagen. Von der Flanke beginnend arbeitet man sich bis zur Bauchmitte vor und bereitet das Hautbindegewebe so auf die plötzliche Umfangsvermehrung vor. „So kann man Dehnungsstreifen vorbeugen.“

          Spannt, reiz, krümelt: Nicht alle Schwangerschaftsöle halten, was sie versprechen
          Spannt, reiz, krümelt: Nicht alle Schwangerschaftsöle halten, was sie versprechen : Bild: Pahnke, Christina

          Ich halte mich daran. Vom dritten Trimester an bekomme ich zusätzlich Unterstützung von innen: Das Kind tritt und stemmt sich gegen die Bauchdecke und dehnt sie in alle Richtungen.

          Was beim Einreiben wichtig ist: das Öl am besten direkt in die feuchte Haut einmassieren. Außerdem sollte man nicht ausschließlich auf Öl setzen, denn das trocknet die Haut auf Dauer zu stark aus. Daher verwende ich mindestens einmal die Woche eine Feuchtigkeitscreme. Die am wichtigsten zu behandelnden Stellen bei einer Schwangerschaft sind natürlich Bauch, Busen und Hüften. Aber auch am unteren Rücken können Streifen entstehen.

          „Interessanterweise bemerken wir seit einigen Jahren deutlich weniger schwangerschaftsbedingte Dehnungsstreifen, als es früher der Fall war“, sagt die Dermatologin Ogilvie. „Das liegt vor allem daran, dass werdende Mütter besser darüber informiert sind, wie diese Dehnungsstreifen entstehen.“

          Platz 12: Kann reizen

          Zwischendurch mal cremen, sagt auch die Hebamme. Dafür gibt es den Klassiker aus der Parfümerie von Méthode Jeanne Piaubert in typisch weiß-türkisfarbener Verpackung. Zwar riecht die Anti-Streifen-Creme beim Auftragen nach alter Frau, aber irgendwie ist das schon wieder schick. Weniger schick ist die Zusammensetzung des Produkts. So hat Triethanolamin, kurz TEA, ein hohes Allergiepotential und kann die Atemwege reizen. Wem ist die Schönheit dieses Risiko wert?

          Jeanne Piaubert Vergeturyl Creme, 200 ml, 56 Euro

          Platz 11: Krümelt

          Das Gel ist explizit nicht fettend. Laut Beschreibung reicht eine einmalige Anwendung pro Tag aus. Man müsse es lediglich sanft einmassieren. Die Haut fühlt sich allerdings Stunden später schon wieder so an, als hätte man gar nichts draufgetan. Nachcremen sollte man daraufhin auf keinen Fall. Dann krümelt das Gel. Der Duft ist neutral und riecht ein bisschen nach Almdudler-Schorle.

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