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Haut Couture : Joëlle Ciocco, die Wunderkosmetikerin

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Joëlle Ciocco ist eine weltbekannte Biochemikerin, die sich auf Pflanzenbiologie spezialisiert hat. Seit 35 Jahren arbeitet sie in den Bereichen Hautanalyse und -behandlung. Bild: Fricke, Helmut

Sie hat magische Hände und natürliche Hilfsmittel. Kein Wunder, dass in Paris alle zu Madame Ciocco pilgern, um sich dort von der Wunderkosmetikerin die Haut behandelt zu lassen.

          Eines der Geheimnisse von Paris verbirgt sich hinter einer schweren grauen Tür im ersten Stock eines Bürogebäudes an der verkehrsumbrausten Place de la Madeleine. Wer hier klingelt, ist in der Regel reich, schön oder berühmt. Oder gibt vor, es zu sein. Und hofft auf eine verlängerte Jugend - zumindest äußerlich.

          Das Centre de Soin von Joëlle Ciocco ist eine der wichtigsten Destinationen für Schönheit überhaupt. Madame Ciocco schaltet keine Werbung; auch die anderen „Superfacialists“ verzichten darauf, also zum Beispiel Vaishaly in London oder Isabelle Bellis in New York, eine ihrer Schülerinnen. Madame Ciocco lebt von Mundpropaganda. Nirgends wird so gerne von „Best Kept Secrets“ gesprochen wie in der Beauty-Branche. Kosmetiksüchtige assoziieren mit „Mystères de Paris“ längst nicht mehr den Romantitel von Eugène Sue (1804-1857), sondern Adressen wie die an der Place da la Madeleine, No. 8.

          Und so kommt das Geheimnis dann doch an die Oberfläche: Die frühere „Vogue“-Redakteurin Lily Barbery-Coulon (Super-Haut) hat den Joëlle-Ciocco-Tipp von der PR-Frau und Beauty-Bloggerin Victoire de Taillac (Super-Haut). Andere nennen Sofia Coppola (Super-super-Haut) als Quelle. Ich selbst habe Madame Ciocco von meiner Yoga-Lehrerin in Paris (Porzellangesicht) empfohlen bekommen, die sie wiederum durch die Stil-Ikone Carine Roitfeld kannte und so weiter und so fort.

          Herzliches Lachen und unbändige Energie

          Der Tuschel-Faktor macht die Adresse umso wertvoller. Denn es ist garantiert, dass man nicht auf eine Zeitschriftenempfehlung hereingefallen ist, die von Anzeigenkunden aufgedrückt wurde. Und es schmeichelt dem Ego, zu derselben Kosmetikerin zu gehen wie „Tout Paris“, also die Moderatorin Alexandra Golovanoff, der Designer Nicolas Ghesquière, die frühere First Lady Carla Bruni Sarkozy, Modezar Azzedine Alaïa und sogar der Künstler Anselm Kiefer.

          Anselm Kiefer? Der Neunundsechzigjährige, der vor ein paar Jahren ein Atelier in einem Pariser Vorort bezog, gilt doch eigentlich als uneitel. Überhaupt sorgen sich nach gängigen Vorstellungen bildende Künstler kaum um ihren Teint. „Nein, nein“, widerspricht Madame Ciocco entschieden. „Auch in der Kunstwelt wird seit einigen Jahren das Aussehen immer wichtiger.“

          Joëlle Ciocco sitzt in ihrem zart duftenden lichten Behandlungszimmer an einem gläsernen Schreibtisch und strahlt eine natürliche Autorität aus, die man jedem Gymnasiallehrer von Herzen wünscht. Zugleich - und das ist ein ziemliches Kunststück - hat die Einundsechzigjährige etwas Mädchenhaftes. Das liegt weniger an ihrem sanft bedruckten zitronengelben Kleid, den rotblonden Kringellocken und dem rosigen Teint, sondern an ihrem herzlichen Lachen und einer unbändigen Energie, die in jeder Geste spürbar ist.

          „Ich helfe meinen Therapeutinnen, in Form zu sein"

          Als ich sie vor Jahren das erste Mal aufsuchte, vor Aufregung zu früh für meinen Termin, platzte ich in eine morgendliche Fitnessstunde für alle Kosmetikerinnen. Mitten unter ihnen turnte Madame, angestrengt schwitzend, nach Anleitung eines Personal Trainers. Aber sie war noch in der Lage, mir bei besonders brutalen Übungen zu bedeuten, dass ihr Einpeitscher jetzt wirklich einen Vogel habe.

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