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Kolumne : Fünf Dinge, die beim Autofahren nerven

  • -Aktualisiert am

Lange Staus – eine der nervigsten Sachen beim Autofahren Bild: dpa

Andere Autofahrer, die Parkplatzsuche in Großstädten, die Straßenverhältnisse, die Spritpreise und die Beifahrer: Was das Autofahren oft unerträglich macht. Die Kolumne „Fünf Dinge“.

          Ich komme aus einem 600-Einwohner-Dorf an der Grenze zwischen Hessen und Nordrhein-Westfalen. Der Bus fährt dort alle zwei Stunden und der nächste Bahnhof ist 15 Kilometer entfernt. Radfahren ist dort nicht besonders praktisch, da es immer bergauf geht und man überall verschwitzt ankäme. Deshalb lernte ich schon früh, dass ohne Auto nichts geht. Als Großstadtbewohner lässt sich leicht sagen, dass die Menschen den Wagen öfter stehen lassen sollten – auf dem Land wird es ohne Auto schnell einsam. Es gibt aber einige Dinge, die mir den Spaß am Autofahren oft nehmen.

          1. Andere Autofahrer

          Das Nervigste beim Autofahren sind – andere Autofahrer. Beim Fahren kann man beobachten, wie sie ständig telefonieren, Nachrichten schreiben, oder in ihrem Auto eine Schatzsuche veranstalten. Sie durchwühlen ihr ganzes Auto, kramen ewig im Handschuhfach oder Fußraum des Beifahrers herum und suchen wahrscheinlich nur ein Taschentuch oder Kaugummi. Dafür werden sie zu einer Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer. Eine andere beliebte Angewohnheit ist es, nicht zu blinken und plötzlich ein paar Meter vor einem anderen Auto einzuscheren. Nicht zu vergessen sind Leute, die so dicht auffahren, dass sie einem fast im Kofferraum hängen. Bei manchen Fahrern hat man das Gefühl, sie möchten die eigene TÜV-Plakette ablesen. Hinzu kommt, dass sie einen so lange mit ihrer Lichthupe belästigen, bis man ihnen Platz macht. Keiner mag Autofahrer, die die Mittelspur blockieren, aber das ständige Nutzen der Lichthupe muss auch nicht sein.

          2. Parkplätze

          Die Parkplatzsuche ist ein leidiges Thema – gerade in Großstädten. Besonders ärgere ich mich, wenn ich an besetzten Parkplätzen vorbeifahre und sehe, dass ein Auto sich einfach in die Mitte von zwei Parklücken gestellt hat. Außerdem wären da Autofahrer, die in der zweiten Reihe parken und dabei Zufahrten blockieren. Nein, wenn man sein Essen abholt, kann man sich nicht an einen ordentlichen Platz stellen und fünf Minuten zu Fuß gehen. Nein, man stellt sich direkt vor den Imbiss und blockiert die ganze Straße – auch für Fahrradfahrer. Nachdem man einen Parkplatz gefunden hat, ist der Kampf oft noch nicht vorbei. Wenn man nichtsahnend zu seinem Auto zurückkommt, merkt man oft genug, dass man von vorne und hinten komplett zugeparkt wurde. Teilweise bewundere ich die Leistung des anderen Autofahrers, weil er zehn Zentimeter hinter meinem Auto steht und trotzdem keine Spuren auf meinem Lack hinterlassen hat.                                                    

          3. Die deutschen Straßen

          Viele der deutschen Straßen wirken wie eine Aneinanderreihung von Schlaglöchern. Dabei sind die Löcher so tief, dass gefühlt ein Kleinwagen darin verschwinden könnte. Bei der Anzahl der Baustellen in Deutschland müssten unsere Straßen eigentlich in perfektem Zustand sein. Gerade auf den Autobahnen ist es ein kleines Wunder, mal 50 Kilometer ohne eine Baustelle zu erwischen. Besonders schön ist es, wenn die sonst vierspurige Fahrbahn auf einmal auf eine Spur reduziert wird. Leider verstehen bis heute nur sehr wenige Autofahrer das Reißverschluss-Prinzip. Viele kleben lieber am Heck des Vordermanns, damit auch ja kein anderes Auto auf die Spur kommt – obwohl beide Spuren ja so lange wie möglich genutzt werden sollen.

          4. Spritpreise

          Es gibt gute Gründe dafür, dass Benzin teuer ist – immerhin geht es um einen Rohstoff, der nicht erneuerbar und irgendwann aufgebraucht ist. Trotzdem nervt es, wie wahllos die Preise angehoben und wieder gesenkt werden. Darüber könnte ich mich jedes Mal wieder aufregen. Meistens weigere ich mich, die teuren Preise zu zahlen und fahre so lange, bis ich fast liegen bleibe. Doch es hilft nichts, immer wenn man denkt, dass es nicht teurer werden kann, setzen die Tankstellen nochmal eins oben drauf. Mit ein paar Tricks kann man jedoch einiges sparen. Laut ADAC ist es zwischen 15 und 17 Uhr sowie zwischen 19 und 22 Uhr am günstigsten. Der Kraftstoff kostet dann bis zu acht Cent weniger als am Morgen.

          5. Beifahrer

          Ein Beifahrer macht die Fahrt angenehmer und unterhaltsamer. Soweit die Theorie. Viele Beifahrer sorgen aber für Unruhe. Sie halten sich panisch am Türgriff oder an dem Haltegriff an der Decke fest – oder wollen mitbremsen. Ja, ist man etwas schneller unterwegs, tritt manch ein Beifahrer panisch auf seine eigene (nicht vorhandene) Bremse im Fußraum. Noch schlimmer ist es, wenn der Beifahrer so panisch wird, dass er kurz davor ist, die Handbremse während der Fahrt zu ziehen oder ins Lenkrad zu greifen. Einige Beifahrer meinen auch, immer alles besser zu wissen. Und wenn sie es dann noch nicht mal hinbekommen, den richtigen Weg anzusagen, wird die Fahrt zu einer echten Zerreißprobe.

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