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Kolumne : Fünf Dinge, die am Sommer nerven

Im Sommer heißt es etwas zu oft: Einer geht noch! Bild: dpa

Wann ist endlich wieder Herbst? Diese Frage wollen unsere Autoren nicht hören – haben aber trotzdem fünf Punkte zusammengetragen, die sie am Sommer nerven. In den Kommentaren darf die Liste von den Lesern gerne ergänzt werden.

          4 Min.

          1. Menschen, die der Sommer nervt

          Johanna Dürrholz

          Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET

          Sebastian Eder

          Redakteur im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

          Wer auf diesen Artikel geklickt hat, weil er lesen will, dass der Herbst die schönste Zeit des Jahres ist, wird leider enttäuscht. Die Blätter mögen im Herbst schön bunt sein, ... schon ein zweiter Punkt fällt uns für diese Aufzählung nicht ein – es ist einfach objektiv die schrecklichste Zeit des Jahres. Das liegt nicht mal daran, dass der Herbst an sich so unangenehm ist, sondern eher an der grausamen Perspektive: Nach dem Oktober, in dem alle krank werden, kommt der dunkle November, dann der stressige Dezember, dann der kalte Januar – und selbst im Februar ist der Sommer noch so weit entfernt, dass es kaum zu ertragen ist (wäre da nicht Karneval, was wir in diesem Jahr wohl auch vergessen können). Und natürlich gibt es Dinge, die im Sommer nerven, darum geht es ja in dieser Kolumne. Aber die Prämisse ist klar: Es gibt nichts Besseres als den Sommer. Genau das führt allerdings schon zu Punkt 2.

          2. The fear of missing out

          Kürzlich hatte ich einen Tag frei. Am Morgen bin ich ins Fitnessstudio, danach war ich einkaufen, dann habe ich gefrühstückt und bin zu meinem Bruder geradelt, um eine Runde Tischtennis zu spielen. Danach bin ich in die Eisdiele, dann hatte ich Tickets für einen Badesee, dort bin ich eine Runde geschwommen, habe ein paar Saltos vom Sprungturm gemacht und ein neues Buch angefangen. Dann bin ich Pizza essen gegangen, danach mit dem Fahrrad eine Dreiviertelstunde lang zu einem zweiten Badesee geradelt, an dem Freunde von mir waren. Dort bin ich eine Runde geschwommen, habe ein paar Bier getrunken und bin zurückgeradelt, um 22 Uhr war ich zu Hause. Als ich meiner Freundin dort erzählte, mit welchem Programm ich meinen ersten freien Tag seit längerer Zeit gefüllt hatte, fragte sie sinngemäß, ob ich noch alle Tassen im Schrank habe.

          Aber das sind doch die schönsten Sommertage: ständig unterwegs, überall mal kurz vorbeigeschaut, am Ende erledigt im Bett liegen. Wenn man zwischendurch allerdings noch das Freizeit-Pflichtprogramm (Fitnessstudio, Supermarkt) unterbringen will, wird es stressig. Und irgendwann freut man sich tatsächlich, wenn das Wetter schlechter wird – endlich mal wieder vor dem Fernseher liegen, ohne Angst, etwas zu verpassen. Das ist übrigens eine gute Strategie, um mit dem Herbst klarzukommen: Man verausgabt sich im Sommer einfach so sehr, dass man sich am Ende nichts mehr wünscht, als monatelang auf der Couch zu liegen. Und schon ist wieder Frühling.

          3. Kater, Kater

          Wir haben es extra noch mal ausprobiert: Wenn man einen Kater hat, gibt es wenig Schlimmeres, als in einem Zimmer aufzuwachen, in dem gefühlte 40 Grad herrschen. Kopfschmerzen, Übelkeit, ein nicht zu stillender Durst, Schweißausbrüche – ein Kater fühlt sich sowieso immer ein bisschen an wie ein Hitzschlag. Als Jugendlicher war man an dieses Gefühl wenigstens noch gewöhnt: Zu Schulzeiten habe ich mal die Mutter eines Freundes an einem Sonntagnachmittag zur Begrüßung gefragt, ob sie das Wochenende gut überstanden habe. Sie lachte und sagte, die Wochenenden überstehe sie meistens ganz gut. Ich schaute sie völlig verkatert an und nahm mir vor, diese Frage nicht mehr im Smalltalk mit Erwachsenen zu stellen. Wenn man älter wird, trinkt man statistisch gesehen seltener sehr viel Alkohol – dafür aber öfter „ein bisschen was“. Ich habe mir irgendwann die (für jeden Suchtexperten mit Sicherheit hochproblematische) Regel auferlegt, nur jeden dritten Tag Alkohol zu trinken. Das Schönste an dieser Regel ist natürlich, sie zu brechen.

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