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Kolumne : Fünf Dinge, die am Großstadtleben nerven

  • -Aktualisiert am

Durch die Frankfurter Innenstadt zu laufen, ist für mich vor allem eins: stressig. An einem gewöhnlichen Nachmittag über die Zeil zu schlendern, kann mir nun wirklich keiner als angenehme Beschäftigung verkaufen. Als ich mich kürzlich an einem Samstag in die Frankfurter Innenstadt wagte (selbst Schuld, könnte man meinen), konkurrierten dort allein an der Hauptwache drei Protestkundgebungen um die Aufmerksamkeit der Passanten. An einen Corona-Abstand von 1,50 Metern war nicht mehr zu denken. Dazu der Dreck, der Lärm, die Tauben, die gefühlt die ganze Stadt übernommen haben – wirklich genießen konnte ich den Ausflug nicht. Das schien nicht nur mir so zu gehen: Alle wirkten, als hätten sie es vor allem eilig, vom Kern der Stadt wegzukommen. So zogen die Leute im Schnellschritt aneinander vorbei und trugen damit nur noch mehr zu dem gestressten Ambiente bei – ein Teufelskreis.

4. Die vielen, vielen Autos

Ganz egal, ob ich selbst in einem sitze, zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs bin: Die Anzahl der Autos in Großstädten hat mich schon oft an den Rand der Verzweiflung getrieben. Sie sind einfach überall. Als Autofahrer steht man immer im Stau und braucht für den Heimweg im Feierabendverkehr dreimal so lang wie sonst. Waghalsige Autofahrer scheren vor einem in die Spur, weil die gerade ein bisschen besser zu laufen scheint als die eigene. Und vor der Ampel ist die Grünphase schon längst wieder vorbei, wenn sich die lange Reihe an Autos vor einem endlich in Bewegung gesetzt hat.

Als Fahrradfahrer wuselt man durch den dichten Verkehr, wenn mal wieder kein Fahrradweg auffindbar ist, fürchtet sich vor jedem abbiegendem Auto und am Ende grenzt es an ein Wunder, wenn man unversehrt an seinem Ziel ankommt. Und selbst beim Feierabend-Wein im Lieblingscafé trägt der Anblick und der Lärm von Autos nicht gerade zur Erholung bei. Autos gibt es natürlich auch in ländliche Gegenden – oft werden sie dort sogar viel dringender benötigt, weil das Bus- und Bahnnetz nicht so gut ausgebaut ist. Aber in der Stadt findet man sie immer im Rudel vor.

5. Der Wohnungsmarkt

Trotz allem kann ich meine Großstadtliebe noch nicht ganz ablegen. Und das bringt mich auch gleich zur letzten Sache, die an Großstädten wirklich nervt. Denn wenn man sich trotz aller Makel nach einem Leben in der anonymen, grauen, stressigen Großstadt mit den vielen, vielen Autos sehnt, steht man vor einem weiteren Problem: der Wohnungssuche. Die Erfahrungen aus meinem Studienort München sind da vielleicht nicht ganz repräsentativ, schließlich handelt es sich bei der bayerischen Hauptstadt um die Königsklasse der hohen Mietpreise. Aber insgesamt wird es doch zunehmend schwerer, in deutschen Großstädten eine schöne und vor allem bezahlbare Wohnung zu finden. Es trübt die Vorfreude auf einen neuen Arbeits- oder Studienplatz ungemein, wenn man sich erst mal wochenlang nur noch mit der Wohnungssuche beschäftigen muss.

Ich gab die Suche irgendwann auf und entschied mich für eine Wohnung im Studentenwohnheim – die aber auch nicht so leicht zu kriegen war. In meinem Instagram-Feed findet sich jeden Tag jemand, der eine Wohnung sucht: „Suche Zimmer oder Wohnung in Berlin ab September“. Dazu der Hinweis: „Bitte teilen!“. Dass jemand auf Instagram eine Wohnung in Ulm oder Tübingen sucht, habe ich noch nicht mitbekommen. Um bei dem ganzen Aufwand nicht doch irgendwann auf die ländliche oder kleinstädtische Alternative auszuweichen, muss man schon ganz schön Großstadt-fanatisch sein.

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