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Felix Jaehn schaltet ab : Ciao, Instagram!

Keine Shows, keine Mails, kein Twitter: DJ Felix Jaehn hat genug davon, dauernd erreichbar zu sein und verordnet sich zwei Monate Auszeit. Bild: dpa

Dem DJ wird es zu viel. In den nächsten zwei Monaten will Felix Jaehn auf soziale Medien, E-Mails und Anrufe verzichten. Damit ist er unter Prominenten nicht allein. Aber nicht jeder hält sich an die Abstinenz-Ankündigungen.

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          Felix Jaehn hat sich für ein Leben im Flugmodus entschieden. Wenigstens für die nächsten acht Wochen, wie der DJ und Musikproduzent am Donnerstag bekanntgegeben hat. Weder E-Mails noch Anrufe oder soziale Medien will er in dieser Zeit an sich heranlassen. „Wenn ich meine Augen schließe, habe ich nur einen simplen Wunsch“, schrieb er seinen Fans, „für den Moment möchte ich einfach nur leben.“ Für den Erfolg, den Lieder wie „Ain’t Nobody“ dem 25 Jahre alten DJ aus Mecklenburg-Vorpommern bescherten, sei er dankbar. Aber der Ruhm habe auch viel Verantwortung mit sich gebracht und einen immer vollen Terminkalender.

          Twitter und Instagram können nicht nur die Karrieren so mancher Persönlichkeit voranbringen. Sie sind auch wahre Zeitfresser – nicht nur für Prominente mit großer Follower-Zahl. Die Macher der App „Rescue Time“, die für ihre Nutzer misst, wie viel Zeit sie am Handy mit welcher Anwendung verbringen, haben ausgerechnet, dass die durchschnittliche Bildschirmzeit drei Stunden und 15 Minuten pro Tag beträgt. Betrachtet man nur die 20 Prozent der Nutzer, die am meisten Zeit an ihrem Handy verbringen, sind es im Schnitt sogar viereinhalb Stunden. Und noch eine Zahl lieferte die App: Durchschnittlich schaut jeder Nutzer 58 mal am Tag aufs Handy.

          Mit seiner selbstverordneten Abstinenz ist Jaehn nicht allein. Im Sommer gab die amerikanische Sängerin Selena Gomez an, dass sie die Instagram-App von ihrem Smartphone gelöscht habe. Gomez war lange der Star mit den meisten Followern, aber es habe sie schlicht depressiv gemacht, dem Bildmedium ständig ausgesetzt zu sein, sagte sie damals. Ganz verzichtet sie darauf trotzdem nicht. Anders als der Parteivorsitzende der Grünen, Robert Habeck, der sich in diesem Jahr von Twitter und Facebook verabschiedete, weil der polemische Ton, wie er sagte, dort auf ihn abfärbe.

          Wieder andere kündigen öffentlichkeitswirksam zwar ihren Abschied aus den sozialen Medien an, nur um dann festzustellen, dass es mit Likes schöner ist. Taylor Swift löschte 2017 mal eben ihre gesamte Instagram-Historie. Allerdings nur um Platz zu schaffen für eine frische Selbstinszenierung zu ihrem neuen Album. Und der „Welt“-Chefredakteur Ulf Poschardt hielt seinen Twitter-Abschied keine zwei Wochen durch. Seitdem twittert er zwar nicht mehr, seinen Account hat er aber nicht gelöscht. Der Weg zurück bleibt offen.  

          Auch wenn Jaehn seinen digitalen Entzug auf zwei Monate begrenzt hat, geht er doch noch einen Schritt weiter als die anderen. Er will in der Zeit auch keine Shows spielen, und steht weder für Foto-Shootings noch für Meetings bereit. „Jetzt befreie ich mich von all dem, um neue Inspiration, Liebe und Freude zu finden“, schrieb er auf Instagram zum Abschied. Er scheint es ernst zu meinen. Die Anfrage für ein kurzes Telefoninterview zu seiner Abstinenz lehnte er jedenfalls ab.

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