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Eva Green im Interview : „Als unsportliche Schauspielerin hätte ich das kaum überstanden“

  • -Aktualisiert am

London 2006: Eva Green bei der Weltpremiere von James Bond 007 „Casino Royale“. Bild: AFP

Sie spielte die tragische Liebe von James Bond und stand mehrmals vor Tim Burtons Kamera. Im Interview spricht Schauspielerin Eva Green über ihre neue Rolle als Astronautin im Film „Proxima“ und erzählt, wer für sie die echten Superheldinnen sind.

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          Eva Green, am 6. Juli 1980 in Paris als Tochter einer Schauspielerin und eines Zahnarztes geboren, feierte ihren Durchbruch 2003 mit Bernardo Bertoluccis „Die Träumer“, bevor sie überwiegend im englischsprachigen Raum zu drehen begann. Zu ihren bekanntesten Filmen gehören „Königreich der Himmel“ von Ridley Scott, der James-Bond-Film „Casino Royale“ oder die Sequels „300: Rise of an Empire“ und „Sin City 2“. Für „Dark Shadows“, „Die Insel der besonderen Kinder“ und „Dumbo“ stand sie jeweils vor der Kamera von Tim Burton, außerdem wurde sie für die Serie „Penny Dreadful“ für den Golden Globe nominiert. Auf deutschen Leinwänden ist die Wahl-Londonerin nun in der Hauptrolle der französischen Produktion „Proxima“ zu sehen, die ihr in ihrer Heimat eine Nominierung für den César einbrachte.

          Miss Green, in „Proxima“ spielen Sie eine Astronautin kurz vor einer einjährigen Mission zur ISS. Haben Sie früher auch mal von den Sternen geträumt?

          Die Sterne, die Planeten und die unbekannten Weiten des Alls haben mich tatsächlich schon früh fasziniert. Was ich ja vermutlich mit den meisten anderen Menschen teile. Astronautin wollte ich allerdings nie werden, nicht zuletzt weil ich eine fürchterliche Höhenangst habe. Aber bei „Proxima“ geht es ja nun spannenderweise gar nicht so sehr um die Faszination der Sterne. Dies ist keiner dieser Filme, die das Reisen ins All glorifizieren, sondern wirklich ein Blick auf den harten Alltag und das mühsame Training der Menschen, die in der Realität diese Strapazen auf sich nehmen.

          Und dieser Aspekt war es, der Sie die Rolle annehmen ließ?

          Mindestens genauso spannend fand ich eigentlich, dass hier die Liebesgeschichte zwischen einer Mutter und ihrer Tochter erzählt wird. Dass für diese Frau die Leidenschaft für ihren Beruf und die Liebe zu ihrer Tochter immer wieder unter einen Hut gebracht werden müssen und sich auch gegenseitig im Weg stehen, fand ich als Konflikt sehr interessant.

          Fast jeder Film, der von Astronautinnen erzählt, greift auch das Thema Mutterschaft auf. Ist der Konflikt also nicht vielleicht auch ein bisschen zu nahe liegend?

          Eine Mutter, die ihr Kind zurücklassen muss, um ins All zu fliegen – das ist natürlich ein sehr greifbares Bild für eine Situation, mit der sich viele berufstätige Frauen identifizieren können. Denn die Vereinbarkeit von Job und Familie ist nun einmal auch heutzutage ein Thema, und viele Frauen empfinden eine gewisse Portion Schuld, wenn die Kinder mal zugunsten der Karriere zurückstehen müssen. Und tatsächlich scheint der Konflikt in der Raumfahrt sehr präsent zu sein. Ich habe mit mehreren Astronautinnen gesprochen, die im beruflichen Umfeld gar nicht erzählen, dass sie Kinder haben. Sie fürchten, dass sie dann als schwach und weniger belastbar abgestempelt werden. Da zeigen dann die Männer im Kollegenkreis stolz Fotos vom Nachwuchs und die Frauen schweigen. Wie bitter! Ich für meinen Teil finde jedenfalls, dass Frauen, die beides wollen und das auch umsetzen, echte Superheldinnen sind, weil unsere Gesellschaft eigentlich nach wie vor anderes vorsieht.

          Für ihre Rolle als Astronautin hat Eva Green mit einem Fitness- und Krafttrainer  Muskeln aufgebaut, um in der Rolle glaubhaft zu sein.
          Für ihre Rolle als Astronautin hat Eva Green mit einem Fitness- und Krafttrainer Muskeln aufgebaut, um in der Rolle glaubhaft zu sein. : Bild: dpa

          Sie haben bereits häufig mit Kindern gedreht. Ist das so eine große Herausforderung wie man immer hört?

          Mir flößt es zumindest immer wieder gehörigen Respekt ein. Einfach weil Kinder so direkt sind – und man ihnen auch selten etwas vormachen kann. Daran muss ich mich immer gewöhnen und bin deswegen anfangs meist nervöser als die Kinderdarsteller. Wie gut die Arbeit dann letztlich läuft, ist in der Regel dann weniger Glückssache als abhängig davon, wie viel man proben kann und wie gut gecastet wurde. Im Fall von „Proxima“ war es Gold wert, dass unsere Regisseurin Alice Winocour die kleine Zélie entdeckt hat.

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