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Einfühlungsvermögen : Wann geht uns etwas nahe?

Moria: Kinder im Flüchtlingslager auf Lesbos im März 2020 Bild: AFP

In den Nachrichten sehen wir täglich Bilder von Leid, Schmerz und Zerstörung. Warum reagieren wir auf einige Bilder empathisch, auf andere wiederum nicht? Und können wir das steuern?

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          Beispiele gibt es viele. Da sind die zahlreichen Flüchtlinge, die ihr Leben im Mittelmeer, auf der Balkanroute oder irgendwo anders lassen, über die kaum jemand spricht. Dann ist da der tote Junge am Strand, über den plötzlich alle sprechen. Da sind die vielen Kranken in Wuhan in China, die Corona-Toten in den Vereinigten Staaten und irgendwann auch Tausende Tote in Deutschland, die von vielen einfach hingenommen werden. Aber dann sind da auch die Särge in Bergamo, die mit Militärtransportern weggebracht werden müssen, und deren Anblick die Welt bewegt. Da ist die obdachlose Frau in der Bahn, die Spenden sammelt und deren Schicksal zu Tränen rührt. Obwohl man sie nicht kennt und sie noch nie gesehen hat.

          Johanna Dürrholz

          Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET

          Uns Menschen gehen Dinge nahe. Andere wiederum scheinen furchtbar fern, selbst dann, wenn sie um die Ecke, vielleicht sogar in derselben Straße oder im selben Haus geschehen. Woran liegt das? Warum können wir uns in manchen Situationen in Menschen einfühlen, ihren Schmerz mitfühlen - und in anderen nicht? Und können wir beeinflussen, was uns nahegeht und was nicht?

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