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Anonyme Alkoholiker : Hilf mir, nicht zu trinken!

Für die einen ist Whisky ein Genuss, den man sich manchmal gönnt. Andere konsumieren ihn in großen Mengen, um ihre Sucht zu stillen. Bild: Getty

Harald Bastian ist Hausarzt – und trockener Alkoholiker. Er schwört auf die Anonymen Alkoholiker als Stütze für ein abstinentes Leben.

          8 Min.

          Donnerstag Mittag, nicht weit entfernt vom Zen­trum einer deutschen Großstadt. Im zweiten Stock eines Nachbarschaftszentrums kommt eine Gruppe von Menschen zusammen: zwölf Frauen und Männer, im Durchschnitt deutlich über 60, drei von ihnen mit Rollator. Ein Mann mit modischem Hemd hat einen Kaffee vor sich stehen, eine ältere Dame trägt einen sorgsam frisierten Pagenkopf. Ein kräftiger Herr organisiert für alle, die zu spät kommen, Stühle.

          Eva Schläfer
          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Ein Mann mit Pferdeschwanz nimmt eine laminierte Seite in die Hände und liest einen Satz vor, als Startschuss für die Zusammenkunft: „Wir gaben zu, dass wir dem Alkohol gegenüber machtlos sind – und unser Leben nicht mehr meistern konnten.“ Die Seite reicht er weiter an seinen Nachbarn, der ebenfalls einen oder zwei Sätze abliest und an die nächste in der Runde übergibt. Insgesamt kommen so 24 Glaubenssätze zusammen, ein oft beschriebenes Einstiegsritual: Willkommen bei einem Gruppentreffen der Anonymen Alkoholiker – oder der AA, wie sie selbst sich nennen.

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