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Essstörungen und Social Media : Das dünne Mädchen wurde ihr auf Tiktok vorgeschlagen

Hilfe bei Essstörungen: Durch das Malen von Körperbildern können Patienten, hier in der Schön Klinik am Chiemsee, ihre Körperwahrnehmung ausdrücken. Bild: Maria Irl

Auf Plattformen wie Instagram gelten dünne Menschen oft als attraktiv. Für Betroffene einer Essstörung ist das gefährlich. In Therapien sollen sie einen bewussten Umgang mit sozialen Netzwerken lernen.

          5 Min.

          Das Mädchen auf Instagram hat lange blonde Haare, das Gesicht einer Porzellanpuppe und ist dünn. Sehr dünn. Manche Kommentatoren fragen sie, ob sie magersüchtig sei. Viel häufiger aber erhält sie Nachrichten wie „Du Model“, oder „Du bist so schön“. Ihre Fotos und Tiktok-Videos, in denen sie Choreographien zu bekannten Popsongs tanzt, erhalten Tausende Likes. „Ich dachte: Wenn ich so dünn bin, komme ich vielleicht genauso gut an“, erzählt Zoey.

          Julia Anton
          Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET

          Zoey ist 14 Jahre alt, kommt aus der Schweiz und heißt eigentlich anders. Ihre Geschichte erzählt sie am Telefon, denn Zoey befindet sich derzeit in einer Klinik, in der sie wegen der Essstörung Anorexia Nervosa behandelt wird. Es gab eine Zeit, da wog sie nur noch fast 30 Kilogramm. In der Klinik hat sie wieder zugenommen, aber ihr Gewicht ist nur ein Teil des Ganzen: „Mein Kopf muss auch wieder nach oben“, sagt Zoey. Vor dem Telefonat hatte sie noch eine Therapiesitzung. Zoey sagt, für sie habe ihre Essstörung mit dem Vergleichen mit Anderen auf Instagram und ähnlichen Social-Media-Plattformen angefangen.

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