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Christiane Paul im Fragebogen : „Übers Leben kann ich schon manchmal lachen“

Bild: EPA

Sie gehört zu den gefragtesten deutschen Schauspielerinnen, zu ihren größten Erfolgen zählt der Thriller „Unterm Radar“. Im Stil-Fragebogen verrät Christiane Paul, welche Filmklassiker sie liebt und warum sie sich ohne Auto freier fühlt.

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          Sie stammt aus einer Ost-Berliner Arztfamilie, studierte nach der Wende Medizin und ist promovierte Ärztin. Aber schon mit 17 Jahren drehte Christiane Paul ihren ersten Film: „Deutschfieber“. Nach der Geburt ihrer Tochter Mascha 2002 konzentrierte sie sich zunehmend auf die Schauspielerei. Heute gehört sie zu den gefragtesten deutschen Schauspielerinnen. Zu ihren größten Erfolgen zählt der Fernsehthriller „Unterm Radar“, für den sie als Hauptdarstellerin 2016 mit einem Emmy ausgezeichnet wurde. Nebenher engagiert sich die Achtundvierzigjährige sozial, war unter anderem nationale Botschafterin der Welt-AIDS-Tag-Kampagnen. Jetzt ist sie als Frau Schlotterbeck in der Neuverfilmung des „Räuber Hotzenplotz“ nach Otfried Preußler im Kino zu sehen.

          Peter-Philipp Schmitt
          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Was essen Sie zum Frühstück?

          Ich trinke eine Tasse schwarzen Tee, einen englischen PG Tips, mit Milch und Honig. Unter der Woche frühstücke ich selten, weil ich dazu keine Zeit oder nicht die Nerven habe. Am Wochenende esse ich aber gerne ein Brötchen und ein Ei.

          Wo kaufen Sie Ihre Kleidung ein?

          Wenn ich in Berlin bin, kaufe ich oft in meinem Kiez in Schöneberg bei „Greta & Luis“. Privat trage ich auch gerne Closed und Lala Berlin. Zeitlich bedingt kaufe ich öfter auch online ein.

          Was ist das älteste Kleidungsstück in Ihrem Schrank?

          Ein Nachthemd von meiner Großmutter. Es hat ein feines rot-weißes Hahnentrittmuster. Ich habe das als Kind an ihr geliebt, und sie auch, darum habe ich es noch. Tragen tue ich es aber nicht.

          Wann haben Sie zuletzt handschriftlich einen Brief verfasst?

          Heute. An mein Kreditkarteninstitut. Das ist jetzt gerade ein bisschen unromantisch und auch nicht ernst gemeint. Aber tatsächlich schreibe ich noch viel mit der Hand. Zettel an die Familie zum Beispiel, wenn ich morgens früh los muss, dann mache ich alles fertig und lege eine handgeschriebene Notiz dazu.

          Welches Buch hat Sie im Leben am meisten beeindruckt?

          Als Teenager habe ich viel von Erich Maria Remarque gelesen, auch Werke, die nicht so bekannt sind wie „Drei Kameraden“. Die Sprache hat mich wahnsinnig berührt, auch wenn es oft kitschig ist. Auch später haben mich Bücher bewegt, etwa Siri Hustvedts „Was ich liebte“ oder zuletzt Celeste Ngs „Little Fires Everywhere“. Aber als Erwachsener ist man nicht mehr so empfänglich wie als Heranwachsender, weil man da wohl noch nicht so vom Leben geprägt ist.

          Wie informieren Sie sich über das Weltgeschehen?

          Mit der „Tagesschau“-App.

          Was ist Ihr bestes Smalltalk-Thema?

          Ich war früher total schlecht im Smalltalken. Im Laufe der Jahre, auch durch Veranstaltungen, die zu meinem Beruf gehören, lernt man das ein bisschen. Aber ich spreche lieber mit den Menschen, die ich wirklich mag. Da brauche ich keinen Smalltalk, weil es schnell umspannende, interessante Themen und nicht um irgendwas Oberflächliches geht. Denn das ist ja Smalltalk: ein Thema, das man sich angeschafft hat, um damit in der Geschäftswelt zurechtzukommen.

          Bei welchem Film haben Sie zuletzt geweint?

          Ich war in den Ferien mit meinen Kindern an der Ostsee, und da „müssen“ sie mit mir immer alte Filmegucken. Das ist schon ein bisschen Tradition. Diesmal habe ich ihnen „Philadelphia“ mit Tom Hanks und Denzel Washington gezeigt. Den hatte ich selbst 30 Jahre nicht gesehen, und er ist natürlich in die Jahre gekommen, auch was das Thema angeht. Als Gesellschaft sind wir heute viel weiter. Aber Hanks und Washington finde ich nach wie vor grandios, und die Szene, wie Hanks die Opernarie „La mamma morta“ erklärt, hat selbst meine Kinder ergriffen. Genauso wie die Beerdigungsszene am Schluss.

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