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Lesen in den Ferien: Gute Ablenkung von der Corona-Krise Bild: dpa

Tipps für die Ferienlektüre : Was soll mein Kind im Sommer lesen?

Die Schulen waren gerade erst wieder geöffnet, schon geht es für die Schüler in die Sommerferien. Damit keine Langeweile aufkommt, haben wir sechs Buchtipps für junge Leser ab acht Jahren zusammengestellt.

          5 Min.

          Ein Haus mit Geschichte

          Fast hundert Jahre ist das Holzhaus nun alt, das ein Arzt 1927 für seine Familie an einem See bei Berlin erbaute. Einige Jahre später wurden sie vertrieben, dafür zog ein systemkonformes Ehepaar mit seinen Kindern ein, nach dem Krieg dann ein Straßenreiniger, der seine Mitbürger in der DDR bespitzelte und hier auch die deutsche Einheit erlebte.
          Erst vor wenigen Jahren kam Thomas Harding, der Urenkel des Erbauers, zum mittlerweile leerstehenden Haus und kümmerte sich um dessen Wiederherstellung und neue Nutzung: als ein 2019 eröffnetes „Zentrum für Bildung und Versöhnung“. Harding hat diese Geschichte verständlich und kindgerecht, aber nicht undifferenziert aufgeschrieben. Britta Teckentrup hat daraus ein Bilderbuch gemacht, das gekonnt immer wieder eine Brücke schlägt zwischen Historie und Erleben, zwischen unserer Gegenwart und derjenigen der früheren Hausbewohner. Und so wie der Text sich auf das Leben der Einzelnen konzentriert und die große Geschichte eher durchscheinen lässt, so zeigen auch Teckentrups Bilder schlaglichtartig meist den Alltag – durch fast ein Jahrhundert.

          Tilman Spreckelsen

          Redakteur im Feuilleton.

          Thomas Harding, Britta Teckentrup: „Sommerhaus am See“. Verlag Jacoby & Stuart, Berlin 2020. 48 S., geb., 15,– €. Ab 8 J.

          Landlust ist nichts für jeden

          Am Anfang dieses Wochenendes wird ein Paket geliefert. Es ist riesig, der Inhalt wird in das Auto gepackt, mit dem die dreiköpfige Familie aus der Stadt in das vor einiger Zeit gekaufte Haus auf dem Land fährt, und der Wille, dass nun alles schön werden soll, steht den Eltern ins Gesicht geschrieben. Dem Kind nicht. Seinen Namen – Otto – erfahren wir erst, als das Buch schon halb wieder vorbei ist, auch seine Wünsche bleiben lange Zeit verborgen. Immerhin: Dass Otto Hörbücher liebt, erfahren wir bald und ahnen außerdem, dass der Klang aus dem Kopfhörer die aufmunternden, fordernden, ärgerlichen Stimmen der Eltern auf Distanz hält. Die wiederum hätten so gern einen aktiven Sohn, einen, der draußen herumspringt, was sie nicht daran hindert, jeden seiner Schritte zu kontrollieren. Im Paket sind die fertig zugeschnittenen Teile eines Baumhauses, das der Vater zusammen mit dem Sohn im Garten auf dem Land bauen will. Ein Unfall setzt ihn für Stunden außer Gefecht, und was dann passiert, hat Gerda Raidt, von Haus aus Illustratorin, in einer wunderbaren Emanzipationsgeschichte erzählt und selbst gezeichnet. Es ist Otto, der dann zögerlich die Zügel in die Hand nimmt und den Eltern unauffällig vor Augen führt, wie man mit anderen umgeht. Brauchen können sie es.

          Gerda Raidt: „Limonade im Kirschbaum“. Gerstenberg Verlag, Hildesheim 2020. 144 S., geb., 13,– €. Ab 8 J.

          Die Tage der Beeren

          „Es kommt eine Zeit, / da wachsen die Bäume / in den Himmel. / Die Blumen wollen so groß sein / wie Bäume.“ So beginnt ein Gedicht der Lektorin und Lyrikerin Elisabeth Borchers (1926 bis 2013), die auch für Kinder geschrieben hat. Eine Sammlung ihrer schönsten Gedichte für junge Leser ist im vergangenen Jahr unter dem Titel „Oben schwimmt die Sonne davon“ erschienen, was an den sehr ähnlichen Titel ihres bekanntesten Kinderlyrikbandes von 1965 erinnert.

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