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Beauty-Produkte in Hotels : Die nimmt jeder gerne mit

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Dümmig hatte seine Finger mit im Spiel. Sein neuester Coup: die Vermählung des „Stue“ mit dem italienischen Traditionsmodehaus Etro. „Für das Hotel wurde der Etro-Duft ,Jacquard‘ umgearbeitet, den es bislang noch nicht in Form von Pflegeprodukten gab. Diese Linie gibt es ab sofort exklusiv im ,Stue‘. Auf allen Tuben ist auch das Hotel-Logo zu sehen“, sagt Dümming. „Feine Produkte, die es in nur einem Hotel gibt, exklusiver geht es ja kaum. Da nimmt man sich ein angebrochenes Tübchen hinterher immer gerne mit nach Hause, als Erinnerung an die Reise.“

Pflegeprodukte der Marke Etro

Nicht nur an dieses Beauty-Erlebnis wird sich der „Stue“-Gast gern erinnern: Im Souterrain lockt der Spa-Bereich der österreichischen Naturkosmetikmarke Susanne Kaufmann. „Ein Spa an ein Hotel anzuschließen macht Sinn“, sagt Spa-Managerin Anne-Kathrin Schmidt. „Viele Kunden im Wellness-Bereich buchen Hotels, weil sie eine Auszeit suchen. Menschen haben in Hotels Zeit, die sie bewusster verbringen wollen. Zeit bedeutet auch, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen und sich um sich zu kümmern.“

Ansprechende Wellness-Angebote zu schaffen ist für Hotels in einem zunehmend stressigen Alltag mit Menschen, die immer on sind, mitentscheidend. Laut einer Studie des amerikanischen Forschungsinstituts SRI International wächst der globale Wellnessmarkt jährlich um 11,2 Prozent. In Europa sind bereits zwei von fünf Reisen Wellnessreisen. Die Deutschen scheinen besonders gestresst zu sein: Im Europavergleich sind sie in Sachen Wellnessreisen die Spitzenreiter, gefolgt von Frankreich und Österreich.

Mit dem Hotel „Post“ in Bezau (Vorarlberg) führt Susanne Kaufmann, mit deren Produkten das Spa vom „Stue“ arbeitet, ein eigenes Wellness-Hotel. Von dort, aus der alpinen Pflanzenwelt des Bregenzerwaldes, kommen auch die natürlichen Inhaltsstoffe für ihre Kosmetik. In einem eigenen Hotel könne man Produkte und Leistungen deutlich besser kontrollieren, aber auch das Hotel-Image besser steuern, erzählt Kaufmann.

Hotels mit eigener Pflegelinie und Mode

Zu den ersten Hotels und Hotelketten mit eigener Beauty-Linie gehörte das „Soho House“, das Memberclub-Konzepthotel mit Standorten von New York bis Berlin, das seine hauseigene Kosmetiklinie Cowshed vor mehr als einem Jahrzehnt lancierte. Cowshed hat sich mittlerweile als eigenständige Marke etabliert, die es vielerorts zu kaufen gibt. Und jüngst hat auch die Luxushotelgruppe Rocco Forte, zu der die „Villa Kennedy“ in Frankfurt oder das „Hotel de Rome“ in Berlin gehören, eine Pflegelinie lanciert: Forte Organics, produziert von Effegilab.

„So kreiert man etwas, das zur Marke Rocco Forte passt“, erklärt Irene Forte, Managerin der Gruppe. „Im Umgang mit ihrem Körper werden Menschen zunehmend bewusster, innerlich wie äußerlich.“ Also verwenden sie auch hier nur regionale Produkte aus dem eigenen Garten des sizilianischen Resorts Verdura.

In ihren Hotels treibt man es mit der Ganzheitlichkeit auf die Spitze: Ihre Spa- und Gesundheitsangebote umfassen nicht nur Hautpflege, körperliche Ertüchtigung und Ernährung, sondern auch Kleidung. Mit Back Label für Rocco Forte Fitness wurde eine Bekleidungslinie geschaffen. Hotels, die jetzt auch Mode machen? Vielleicht ein vollkommen neuer Trend.

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