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Beauty-Produkte in Hotels : Die nimmt jeder gerne mit

  • -Aktualisiert am

Klingt nach einer modernen Beziehung? Ist auch eine. Beide Parteien entscheiden erst nach genauer Prüfung aller Faktoren, ob es zu einer stabilen Liaison kommen kann. Auf ein gewisses Maß an Exklusivität wird geachtet. Aesop verhält sich beinahe monogam. Neben „Speicher7“ gibt es deren Produkte zumindest in Deutschland nur noch im „Vilhelm 7“- Hotel in Berlin. Die Gesandten der australischen Marke scheinen bei der Zahl 7 schwach zu werden. Hat sie eine besonders wohlgestaltete Form? Jedenfalls war die Pariser Aesop-Delegation, die tatsächlich in Mannheim eintrudelte, um sich Krafts und Tekaths Laden vor der Zusage mal anzuschauen, schnell überzeugt.

Sechs Euro pro Zimmerbelegung

Mitnichten hätten Tekath und Kraft die wohlgestalteten Flaschen zum Hotelierspreis einfach in ihre Zimmer stellen können. Zum Vergleich: Wer Aesop-Shampoo, -Spülung, -Duschgel und -Bodylotion als praktische 50-Milliliter-Reisegröße erwerben will (also jene Größe, die auch in Hotels geführt wird), zahlt für das sogenannte „Jet Set Kit“ im Handel stolze 33 Euro.

Den genauen Aesop-Einkaufspreis möchte Tekath nicht verraten. Circa sechs Euro kämen pro Zimmerbelegung zustande, allerdings für alle Schönheits-Annehmlichkeiten inklusive Kosmetiktüchern und Wattepads. Eine durchschnittliche Vier-Sterne-Kette macht dafür selten mehr als einen Euro locker. Im „Speicher 7“ greift man gerne sechsmal so tief in die Tasche.

Chance für Beauty-Marken

Finanziell bringt der Luxus beiden Seiten wenig. Die Präsenz der Marke in Hotels sei in erster Linie kein Business, sagt auch Thomas Buisson, Aesops Europa-Manager. Es gehe vielmehr um die Positionierung: „Aesop kann in Luxushotels genauso wie in simplen Bed & Breakfasts funktionieren.“ Für die Marke sei es eine phantastische Chance, Kunden in Kontakt mit Produkten zu bringen: „Shampoos oder Seifen auch im Badezimmer anzuwenden ist eine intensivere Erfahrung als im Shop.“ So bindet man nicht nur Kunden, sondern gewinnt neue dazu.

Andreas Dümmig als Gründer des Vertriebshauses Puro Hotelkosmetik ist ein professioneller Kuppler, wenn es um Hotels und Marken geht. Er weiß: „Oft steht zwar eine bestimmte Marke auf einem Produkt drauf – ist aber nicht unbedingt drin.“ Für seine Kunden sucht er nach Marken, die man nicht schon in hundert anderen Läden gesehen hat. Die Produktion der Hotel-Beauty wird hingegen meist Herstellern anvertraut, die sich auf diese Branche spezialisiert haben. Das verspricht nicht zwangsläufig schlechte Produkte. Oft wird aber mit günstigen Inhaltsstoffen gearbeitet, um die Preise niedrig zu halten.

Etro exklusiv im „Stue“

Dümming schwärmt deshalb von Konzepten wie dem „Stue“ in Berlin. Das 2012 eröffnete Domizil direkt am Tiergarten ist wie „Speicher 7“ ein Hotel für Individualreisende mit gehobenen Ansprüchen. „Stue“ ist dänisch und heißt Wohnzimmer. Bei gedämpftem Licht, gemütlichen Sitzecken und einem liebevoll ausgesuchten Mobiliar im Prachtbau der ehemaligen dänischen Botschaft fällt es nicht schwer, sich wohl zu fühlen.

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