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Pause vom Alltag : Was ist dran am Trend „Waldbaden“?

Hebt die Stimmung und baut Stress ab: Waldspaziergänge als medizinische Maßnahme Bild: Schmitt, Felix

„Geführtes Waldbaden“ ist der neueste Trend für ein achtsames Leben. Was ist dran am Abtauchen ins Grüne? Und kann man nicht auch einfach allein spazieren gehen? Ein Selbstversuch.

  • -Aktualisiert am
          5 Min.

          Ich stehe etwas abseits des Pfades und befühle die borkige Rinde einer Kiefer. Eine Ameise krabbelt eilig über meine Finger, ab und zu unterbricht ein Vogelruf die winterliche Stille des Waldes. „Wie fühlt sich der Baum für Sie an?“, ertönt eine freundliche Stimme aus dem Nichts. Beinahe wäre ich zusammengezuckt: Weit und breit ist niemand zu sehen. Es ist die Stimme von Sonja Still, meiner Waldgesundheitstrainerin für diesen Tag. Zum Spaziergang im Wald treffen wir uns pandemiegerecht am Handy. Während sich Sonja Still am Tegernsee befindet und mich per Videocall anleitet, habe ich mir den Bruderwald bei Bamberg ausgesucht.

          Doch was ist das eigentlich, „Wald­baden“? Die Idee stammt aus Japan, dort heißt es „Shinrin Yoku“. Das meint das bewusste Wahrnehmen einerseits des eigenen Körpers im Wald, andererseits auch der umgebenden Natur selbst. In Japan wird der regelmäßige Aufenthalt im Wald sogar per Rezept vom Arzt verschrieben – als Therapie. Inzwischen ist das Waldbaden auch in Deutschland angekommen, noch wird es allerdings von vielen belächelt. „Vielleicht liegt das auch am Begriff selbst“, vermutet Sonja Still, „Baden im Wald – das hört sich ja doch recht esoterisch an.“ Nicht wenige finden diese Idee erst mal albern, sagt Still. „Das ist schade, denn mittlerweile gibt es immer mehr klinische Studien zur Wirksamkeit.“

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