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Für Bewegungsfaule : 11 Gründe gegen das Radeln

  • -Aktualisiert am

Es gibt viele Argumente gegen das Radeln – „ich kann gar nicht Radfahren“ ist die definitiv das schwächste Bild: dpa

Fahrradfahren ist gesund und gut und schön, aber Sie kommen einfach nicht dazu? Elf clevere Gründe, sich jetzt nicht in den Sattel zu schwingen. Und elf Antworten, die keine Ausreden mehr zulassen.

          6 Min.

          Lässt man bei Sportmedizinern den Begriff „Fahrradfahren“ fallen, stößt man meist auf große Begeisterung. Das Treten in die Pedale gilt als eine der gesündesten und effektivsten Sportarten. Radeln stärkt nicht nur das Herz-Kreislauf-System und die Muskulatur, sondern auch Immunsystem und Wohlbefinden. Die Drahtesel sind also geradezu ein Wundermittel in Sachen Fitness. Und glaubt man der Statistik, haben die meisten Deutschen das nötige Zubehör für mehr Sportlichkeit und Wohlergehen sogar im Keller oder Schuppen stehen: 72 Millionen Fahrräder soll es in Deutschland geben.

          Lucia Schmidt

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Damit diese ihre Wirkung voll entfalten können, muss man sich allerdings auch regelmäßig auf sie schwingen – am besten das Zweirad wie selbstverständlich in den Alltag integrieren. So wünschen es sich zumindest die Mediziner. Klingt verlockend und effizient, wäre da nur nicht die schwere Einkaufstasche, die man transportieren muss, das schmerzende Knie, das hohe Alter oder das verschwitzte Hemd im Büro. Wir haben von Fahrradmessen und Sportärzten Argumente mitgebracht, die jede Ausrede, lieber doch ins Auto zu steigen, leider zunichtemachen.

          1. Ich bin zu unsportlich und kräftig fürs Fahrradfahren.

          Sie haben keine Traummaße und über den Winter das eine oder andere Kilo zugelegt? Dann ist Fahrradfahren genau das Richtige für Sie. Anders als beim Laufen oder Joggen muss der Mensch auf dem Fahrrad sein eigenes Gewicht nicht selbst tragen, außerdem kann er sein Tempo gut selbst bestimmen. „Fahrradfahren ist ein sehr guter Einsteigersport“, sagt Professor Herbert Löllgen von der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention. Um sich nicht zu überfordern, rät der Sportmediziner, sollte man mit einem Fahrrad beginnen, das 20 bis 27 Gänge hat, und einen Helm sowie passende Fahrradkleidung tragen, um sich vor einem schmerzenden Hintern oder einer Erkältung zu schützen.

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          2. Mit dem Fahrrad komme ich verschwitzt im Büro an.

          Stellen Sie sich vor, Sie werden die ganze Fahrt über von einem Freund angeschoben. Sie können ihm jederzeit zurufen, dass er mehr oder weniger stark schieben soll. Seine einzige Bedingung ist: Sie müssen selbst mit in die Pedale treten. Nach diesem Prinzip funktioniert ein E-Bike oder, genauer gesagt, ein Pedelec. In diese Kategorie fallen 95 Prozent der verkauften E-Bikes. Sie fahren bis maximal 25 Stundenkilometer und gelten rechtlich als Fahrräder. Wie, so alt sind Sie noch nicht, dass Sie E-Bike fahren? Keine Sorge, es gibt längst eine Fülle stylischer Modelle für junge und sportliche Fahrer, quer durch alle Radgattungen. Die Akzeptanz nimmt zu: Fast jedes achte Fahrrad, das 2014 erkauft wurde, war ein E-Bike. Übrigens: Die Uni Lüneburg hat herausgefunden, dass Pedelecs in mittelgroßen Städten bei einer Entfernung von bis zu 4,6 Kilometern Luftlinie das schnellste Verkehrsmittel sind - schneller als das Auto oder Bahn und Bus.

          3. Ich muss vor der Arbeit meine Kinder in den Kindergarten bringen.

          Wer Kleinkinder hat, braucht ein Auto? Nein, braucht er nicht. Er braucht ein Transportrad oder Cargobike. 90 Prozent der Eltern treiben nie oder seltener als einmal pro Woche Sport. Wird Zeit, dass sich das ändert. Morgens das Kind zum Kindergarten bringen, am Wochenende die Einkäufe nach Hause transportieren - ein Transportrad sorgt ganz nebenbei für Fitness. Je nach Modell können mindestens zwei, zum Teil auch bis zu vier Kinder problemlos damit durch die Gegend kutschiert werden. Wem dafür die Kondition fehlt, der kann auch ein Transportrad mit Elektroantrieb als Unterstützung nehmen. Transporträder haben gegenüber Fahrrädern mit Anhänger den Vorteil, dass man die Kinder während der Fahrt im Blick hat und sich mit ihnen unterhalten kann. Nachteil: Diese Räder sind aufgrund ihrer Größe schwer und unhandlich. In den Keller tragen geht in der Regel nicht. Wer keine ebenerdige Garage hat, sollte ein Modell wählen, das man unkompliziert in zwei Teile zerlegen kann.

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