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Mode-Blog : Die Freestylerin

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Mode ist dabei tatsächlich nicht mehr als ein Vehikel. „Es ist die Sprache, die ich mir ausgesucht habe, um darin über alles Mögliche zu schreiben – nicht nur über Kleider“, sagt Medine. Mode kann schließlich alles sein: eine beliebte Handtasche, ein kulinarischer Trend, eine popkulturelle Tendenz, ein gesellschaftlicher Umschwung. Auf Donald Trumps chauvinistische Äußerungen antwortete die Redaktion jüngst mit einem Aufruf an die Leserinnen, von ihren bewegendsten Menstruations-Momenten zu erzählen. „Uneducated or forgetful men of the world“, schrieb Medine an Trump und Kollegen, „without our blood, your semen is futile.“

Auf die terroristischen Anschläge beim Pariser Satire-Magazin „Charlie Hebdo“ reagierte „The Man Repeller“ wiederum mit einem Artikel über den politischen Einfluss der Abermillionen Trauerbekundungen auf Social-Media-Kanälen. Die Autorin Mattie Kahn fragte: „#JeSuisCharlie, but is that enough?“ Wie mächtig seien solche Internet-Proteste tatsächlich? Und: Könne man nur durch das Posten eines entsprechenden Bildes oder Zitats unter einem bestimmten Hashtag zum politischen Aktivisten werden?

Der Beitrag bezog sich nicht nur auf ein brandaktuelles Thema, sondern war zugleich Selbstkritik – schließlich beruht der internationale Ruhm von „The Man Repeller“ auch auf vielen Anhängern in sozialen Netzwerken wie ­Instagram, Facebook oder Twitter.

„Wenn du die Mode liebst, liebt sie dich auch“

Seit ihrer Kindheit, sagt Medine, liebe sie die Mode.  „Ich glaube, dass die Modewelt ein wunderschöner Ort ist, wo jeder Anerkennung finden kann, der für den Rest der Welt ein bisschen zu schrullig ist. Die Modebranche ist eine wunderbare Gemeinschaft. Wenn du sie liebst, liebt sie dich auch.“ Heute sitzt Medine bei den Modenschauen vorne. Chopard hat sie zu den Filmfestspielen in Cannes eingeladen. Louis Vuitton flog sie zur Präsentation seiner Resort-Kollektion nach Palm Springs. Mit der italienischen Schuhmarke Superga hat sie Sonderkollektionen ­herausgebracht, für Nina Ricci eine Handtasche entworfen.

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Einkaufen muss Leandra Medine kaum noch. Denn die Modemacher schicken ihr dauernd neue Kleider und Schuhe – in der Hoffnung, dass sie sich darin auf „The Man Repeller“ präsentiert. Seitdem sie auf Modenschauen und bei Abendveranstaltungen in den Kreationen von Rosie Assoulin aufkreuzt, hat die New Yorker Mode­schöpferin, eine ihrer besten Freundinnen, einen rapiden Aufstieg hingelegt. „Ihr Einfluss ist immens“, sagt Rosie ­Assoulin. „Sie hat zu ihren Leserinnen eine geradezu freundschaftliche Verbindung aufgebaut. Sobald sie etwas Bestimmtes anhat, wollen es alle tragen.“

Und doch sieht sich Leandra Medine in der Modewelt immer noch als staunende Außenseiterin. So richtig dazu gehört sie ja auch nicht: Haremshosen heißen bei ihr ­„diarrhea ass pants“. Riesige Brillen nennt Medine „birth control glasses“. Und wer mehr als fünf Armreife an einem Handgelenk trägt, der feiert eine „arm party“. Die lustigste Bloggerin der Welt ist vielleicht wirklich nur der Hofnarr der Modebranche. Aber was heißt hier nur!

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