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Mode-Blog : Die Freestylerin

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One-Women-Show ein Auslaufmodell?

All diese Blogs haben eines gemein: Sie kreisen mit maximaler Aufmerksamkeit um die Betreiber selbst. Muss diese Art der One-Woman-Show wegen der Übersättigung nicht langsam zum Auslaufmodell werden? „Da wäre ich mir nicht so sicher“, sagt Leandra Medine, professionell darauf bedacht, kein gehässiges Wort über ihre Kolleginnen zu verlieren. „Diese Bloggerinnen sind zu richtigen Medien­mogulen geworden, nur basierend auf ihrer eigenen Person. Vielleicht sehen wir hier das Äquivalent unserer Generation zur Reality-TV-Kultur. Für mich persönlich wäre das aber nichts, mich den ganzen Tag bloß selbst in den Mittelpunkt zu stellen.“

Bitte nicht täuschen lassen: Leandra Medine ist eine Geschäftsfrau.

Leandra Medine antwortet präzise. Oft zögert sie eine Weile, bevor sie spricht – interessant, wenn man bedenkt, wie frech und selbstironisch ihre Texte sind. Am Schreibtisch ihrer Redaktion gibt sie die resolute Geschäftsfrau mit druckreifen Aussagen. Auf „The Man Repeller“ ist sie der Pausenclown der Modewelt und gleichzeitig eine Stil-Ikone, die nicht nur auf den Punkt formulieren, sondern sich dazu auch noch ausgefallen anziehen kann.

Im Januar präsentiert sie sich in einem Beitrag in weit geschnittenen Jeans, weißer Jeansjacke, Turnschuhen und mit bunter Strohtasche am Arm: „Making the case for a beach bag this winter.“ Im Text erklärt sie, nichts helfe besser gegen winterbedingte Müdigkeit als die Reaktivierung einer Strandtasche bei Minusgraden: „In a recent study conducted by the Institute of Idiots in Noho, New York, a completely self-fabricated report that is absolved of anything factual has indicated a potential link between anti-depressants and festive beach bags.“

Eine Million Fans auf Instagram

Der Sprachwitz begeistert immer mehr Leserinnen von Mailand bis Los Angeles. Ihre knapp eine Million Fans auf Instagram und 205.000 „Likes“ auf Facebook reichen zwar längst nicht an Chiara Ferragnis virtuelle Anhänger heran. Aber während die italienische Bloggerin in glanzvollen Videos ihre blonde Mähne schüttelt, in Zeitlupe Lipgloss aufträgt, über ihr Hotelzimmer in Palm Springs berichtet oder ein Selfie aus der ersten Reihe bei Fendi postet, hat Leandra Medine immerhin einen global etablierten Begriff geprägt: Sich „man-repelling“ anzuziehen gehört unter modebewussten jungen Frauen längst zum guten Ton.

Und mit der speziellen Art, mit der sie über Handtaschen, Alltagsdinge und Popkultur gleichermaßen berichtet, schenkt Leandra Medine der oft so verkrampft strengen Modeszene ein Lächeln. „What to wear when you want to get fired from your office job“, lautet beispielsweise der Titel eines Artikels, in dem sie detailgenau erläutert, was an ihrem Outfit alles unpassend wirkt: die ausgefransten Jeans-Shorts, das luftig geschnittene Herrenhemd, die Loafer mit aufgestickten Augen. In diesem Aufzug sei die Kündigung sicher. Nebenbei thematisiert sie die Schwierigkeiten stilbewusster Karrierefrauen mit den Kleidervorschriften in amerikanischen Büros.

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