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Flaschen lagern : Raum für Wein

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Plätze für Schätze Bild: mauritius images

Wohin mit den Flaschen, die man nicht sofort trinkt? Auch für Großstadtbewohner ohne geeigneten Keller gibt es Lösungen.

          4 Min.

          Mitbringsel sind etwas Schönes, vor allem die, die helfen, das Urlaubsgefühl mit nach Hause zu nehmen: die Italienreise, ein Traum, und erst der Besuch auf dem Weingut! Da mussten einfach drei Kisten von diesem gereiften Roten im Kofferraum landen. Zu Hause stellt sich dann die Frage: Wohin damit?

          Ein richtiges Weinlager fehlt. Wo wäre überhaupt Platz dafür: in der Wohnung, im Keller? Und wie lagert man die Flaschen richtig? Es ist gar nicht so schwer, zum Besitzer eines eigenen Weinkellers zu werden. Das geht schon für relativ wenig Geld, wenn man ein bisschen Geschick hat. Oder man investiert mehrere tausend Euro, damit jede Flasche den passenden Platz findet. Wichtig ist nur, ein paar Fragen in der richtigen Reihenfolge zu beantworten:

          1. Um wie viele Flaschen geht’s?

          Zählen Sie Ihre Flaschen noch, oder numerieren Sie schon die Kisten durch? Das ist die entscheidende Frage. Denn bei Ersterem reicht erst einmal eine kleine Nische aus. In irgendeinem Eck wird man schon noch eine Kiste parken können, oder man trinkt die paar Flaschen eben zügig aus. Ab der zweiten Kiste fängt aber das Kapazitätsproblem an: Zumindest in der Küche lassen sich mehr als 12 Flaschen kaum noch lagern. Ganz abgesehen vom Platz: Man sollte es auch gar nicht, aber dazu später.

          Mehr als zwei Kisten horten laut Umfragen der Fachmesse Pro Wein immerhin zwei Drittel aller Bundesbürger zu Hause, jedenfalls diejenigen, die selbst gereifteren Jahrgangs sind. Jeder Achte besitzt sogar mehr als 50 Flaschen, und die liegen dann logischerweise für einen längeren Zeitraum herum. Einiges an Logistikleistung ist gefragt, damit solche Weine den Alterungsprozess überstehen und nicht frühzeitig in der Flasche verderben. Jüngere Weintrinker entscheiden sich zwar eher für den Sofortgenuss, doch von den unter Dreißigjährigen hat immerhin fast jeder Fünfte mehr als 10 Flaschen zu Hause.

          Übersichtliche Mengen lassen sich noch problemlos in Regalen unterbringen - aber liegen sollte der Wein, der Korken muss feucht bleiben. Sind es mehr Flaschen, bietet sich ein temperierter Weinschrank an, und bei richtig großen Mengen sollte man darüber nachdenken, ob man nicht im Keller Platz frei räumt.

          2. Wo ist der richtige Ort?

          Für welche der Varianten man sich entscheidet, hängt zu allererst von einem ab: von der Temperatur der Räume. Die ist das wichtigste Kriterium bei der Aufbewahrung. Wein liebt es kühl und sollte am besten in einem Raum mit 10 bis 15 Grad gelagert werden. Champagner und Schaumweine mögen eher 6 Grad, Weißweine liegen gut bei 10 Grad, leichte Rote bei etwa 15 Grad und schwere Rotweine bei knapp 18 Grad.

          Ob es nun ein oder zwei Grad mehr sind oder weniger, ist dabei nicht entscheidend, so lange die Temperatur unter 20 Grad bleibt. Denn schon ab 20 Grad schmeckt man nach einer längeren Lagerzeit deutliche Geschmackseinbußen, ergab eine Studie der Universität Kalifornien.

          Viel wichtiger ist aber, ob die Temperatur über das Jahr eher gleichbleibend ist oder stark schwankt. Denn bei Wärme dehnt sich die Luft in der Flasche aus und auch der Korken. Der Wein wird dann in die Korkenporen gedrückt und ein Teil verdunstet. Bei Kälte zieht sich die Luft wieder zusammen, ebenso der Korken.

          Dunkel und erschütterungsfrei

          Dadurch entsteht ein Vakuum in der Flasche, das im schlimmsten Fall Luft von außen anzieht. Das beschleunigt den Oxidationsprozess, und der Wein altert schneller und unkontrollierter. Wer nur Schraubverschlussexemplare lagert, hat da eine Sorge weniger. Doch zeigten Vergleiche, dass perfekt gelagerte verkorkte Flaschen über die Jahre besser reiften als verschraubte. Möglichst dunkel und erschütterungsfrei sollte der Raum außerdem sein.

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