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Hilfsangebote und Lieferdienst : Wie Restaurants in Zeiten von Corona kreativ werden

  • -Aktualisiert am

Das Restaurant „Kitchen Guerilla“ hat die „Soli-Küche“ für Obdachlose und weitere bedürftige Menschen gestartet. Bild: Seren Dal

Die notwendigen Maßnahmen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, treffen die Gastronomie hart. Das hält die Betroffenen aber nicht davon ab, weiter zu machen.

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          Die Lieblingsbäckerei als neuer Lieferservice für Brot und Kaffee, Milch und Käse? Ein Sterne-Dinner zum Genießen für daheim? Biokisten von kleinen Produzenten, die sonst nur gehobene Restaurants beliefern? Um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu verhindern, müssen Cafés und Restaurants deutschlandweit geschlossen bleiben. Nun braucht es kreative Ideen, um zu verhindern, dass viele Cafés und Restaurants nach der Corona-Krise nicht wieder öffnen. Denn schon jetzt leben viele Gastronomen und Produzenten in Existenzangst. Und wie sich die Situation weiter entwickeln wird, weiß niemand.

          Von Gutscheinen bis Take-away

          Jetzt kaufen, später einlösen: Ein schnelles und beliebtes Mittel von Cafés und Restaurants ist es, Gutscheine zu verkaufen, um wenigstens kurzfristig Geld einzunehmen. Eine wirklich nachhaltige Lösung ist das aber nicht. Denn nach der Krise müssen immer noch die Gegenleistungen geliefert werden, sobald die Restaurants wieder geöffnet sind. Immer mehr Gastronomie-Betriebe setzen deshalb auf die Take-away-Option. Ihre Räume sind geschlossen, Gäste aus der Nachbarschaft können ihr Essen aber selbst abholen – und so ihre Lieblingsorte unterstützen. Doch dazu gehört es, kreativ zu sein. Ein Speiseangebot wie im normalen Restaurantbetrieb aufrecht zu erhalten ist weder finanziell, noch logistisch möglich.

          Köchin Dalad Kambhu setzt mit ihrem Sternerestaurant „Kin Dee” in Berlin-Tiergarten auf ihre Spezialität: vier verschiedene Thai-Curry-Gerichte zum Mitnehmen. „Gerade in einer Krise wie dieser wollen die Menschen etwas Leckeres und Tröstendes essen”, sagt Kambhu. „Für uns geht es gerade nicht darum, damit wirklich Geld zu machen – wir brauchen einfach nur genug, um unseren Angestellten mehr als die 60 Prozent Kurzarbeitergeld zahlen zu können.”

          Auch Ash Lee von „Chungking Noodles” in Berlin-Kreuzberg bietet ihre beliebten Chili-Nudeln nun zum Mitnehmen an – inklusive Anleitung zum Aufwärmen für zu Hause. Und die „Chocolaterie Amelie” in Garmisch-Partenkirchen verkündet auf Social Media: „Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Maßnahmen.” Seit Montag gibt es den „Choco-Drive-By” – Schokolade zum Abholen mit dem Auto. In Frankfurt kann der Gast beim „Zum lahmen Esel” neuerdings ebenfalls vorfahren, um seinen Apfelwein plus frisch zubereiteter Speisen abzuholen.

          Auch in Wien bieten Restaurants mittlerweile ihre Gerichte zum Mitnehmen oder über Lieferdienste an.
          Auch in Wien bieten Restaurants mittlerweile ihre Gerichte zum Mitnehmen oder über Lieferdienste an. : Bild: Reuters

          Immer beliebter: Lieferdienste

          Was in Zeiten von Quarantäne wohl am meisten Zukunft hat: Lieferdienste. Selbst bei Ausgangssperren in anderen Ländern wie Frankreich oder Spanien ist die Lieferung von Speisen und Produkten nach Hause noch erlaubt. Umso mehr stellen Cafés und Restaurants deutschlandweit auf Online-Bestellungen um. Die Kreuzberger Bäckerei „Albatross” hat sich dazu direkt mit mehreren Berliner Cafés und Produzenten zusammengetan: Gäste können im Onlineshop nicht nur Sauerteigbrot und Süßes kaufen, sondern auch Kaffee von „Isla Coffee”, Käse von „Alte Milch”, Naturwein von „Rocket Wine”, sowie Tee und CBD-Öl von „Companion”.

          Die Bestellungen werden anschließend mit Lastenfahrrädern ausgeliefert. „Wir hatten schon länger diesen Traum, ein System aufzubauen, in dem zwischen uns und den anderen Produzenten keine übergeregelte Struktur steht, die Geld verdienen muss – sondern einfach nur ein Ökosystem, das sich selbst trägt, fair und voller Empathie. Wir sind optimistisch, dass wir damit einen Umsatz erreichen können, der den Unterschied zwischen Leben und Sterben macht.” Die gemeinsame Plattform soll auch nach der Krise weiter bestehen.

          „Fine Bagels”, ein Café und englischer Buchladen in Berlin-Friedrichshain, liefert neben hausgemachten Bagels auch Bücher frei Haus für alle, die zusätzlichen Lesestoff bei der vielen Zeit zu Hause brauchen können. In Stuttgart bietet das „Gasthaus zur Linde” seine beliebten Maultaschen ab sofort ebenfalls zum Kochen für daheim an.

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