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Der Goldhase der Firma „Lindt“ sorgt im Internet für Aufregung. Bild: Rüchel, Dieter

„Traditionshase“ : Wie ein Osterhase Internetnutzer in Wallung brachte

  • -Aktualisiert am

Auf einem Kassenbeleg wird ein Schokohase als „Traditionshase“ bezeichnet. Auf Twitter wittern Nutzer religiöse Gründe hinter der Umbenennung. Auch Erika Steinbach ist empört. Zu Unrecht, wie sich herausstellt.

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          Knapp einen Monat ist es her, dass die ehemalige CDU-Politikerin Erika Steinbach einem Beitrag der Satire-Webseite Postillon auf den Leim gegangen ist. Darin ging es um einen Muslim, der in Zukunft keinen „Jägermeister“ mehr trinken wolle, weil im Logo ein Kreuz sei. Mit ihrer Reaktion auf Twitter zog Steinbach den Spott vieler Internetnutzer auf sich: „Es ist schon dreist, was hier in Deutschland abgeht.“ Nun ist die Politikerin ein weiteres Mal in die Twitter-Falle getappt.

          Das Foto eines Kassenbelegs des Kaufhauses „Karstadt“ machte in den sozialen Netzwerken die Runde. Außer Lebensmitteln wie Bananen, Salat und Joghurt kaufte der Kunde auch einen Osterhasen der Marke „Lindt“, der auf dem Beleg als „Traditionshase“ gekennzeichnet ist. Erika Steinbach reagierte prompt und drohte dem Kaufhaus mit Boykott: „Bei Karstadt gibt es keine Osterhasen mehr, sondern Traditionshasen. Wer mir keine Osterhasen mehr verkaufen will, der kann auch sonst auf mich verzichten........“

          Mit ihrer Empörung ist Steinbach nicht allein. Mehrere Internetnutzer bekundeten ihre Aufregung darüber, dass der Osterhase mit Rücksicht auf andere Kulturen umbenannt worden sei. „Es kann doch nicht sein, dass wir nicht mehr Ostern benennen dürfen... um niemanden zu beleidigen“, schrieb eine Nutzerin. Ein weiterer postete: „Der Wahnsinn nimmt seinen Lauf!!! Bei Karstadt zählt nur der Umsatz!!!“ Kurzerhand erklärte er das Kaufhaus zur „No-Go-Area“.

          Doch was steckt denn nun hinter der angeblichen Umbenennung des Osterhasen? Der Twitter-Auftritt des „Rewe“-Konzerns brachte schließlich Licht ins Dunkel, nachdem auch ein Kassenbeleg des Supermarkts „Rewe“ Internetnutzer empörte, auf dem ebenfalls der „Traditionshase“ aufgelistet war. Per Tweet teilte der Konzern mit, besagter Osterhase werde intern bereits seit den neunziger Jahren als „Traditionshase“ bezeichnet. Da es den „Lindt“-Osterhasen bereits seit den frühen fünfziger Jahren in Deutschland gebe, sei der Begriff durchaus treffend. An Erika Steinbach scheint diese Tradition vorbeigegangen zu sein.

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