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Cocktail-Serie „Schön getrunken“ : Whisky Sour, wie man ihn in New York trinkt

Bild: Johannes Krenzer

„Harry’s New York Bar“ empfiehlt für den Herbst den Cocktail-Klassiker „New York Sour“, der ausgerechnet zur Prohibitionszeit sehr beliebt war.

          2 Min.

          „Harry's New York Bar“ hat bis spät in die Nacht, ja man möchte fast schon sagen bis in den frühen Morgen geöffnet. Daher bittet man uns, den Cocktail-Dreh auch erst für den frühen Abend anzusetzen, irgendwann muss ein Barkeeper auch mal schlafen, wenn es erst gegen 5.00 Uhr ins Bett geht. Kurz bevor die Bar gegen 18.00 Uhr regulär ihre Türen öffnet, empfängt uns also Barkeeper Emmanuel Saridakis. Im Raum hängt noch der Geruch von Zigarren, leicht übertönt von weißen Lilien, die hier in großen Vasen an der Bar stehen.

          Maria Wiesner
          Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

          „Harry's New York Bar“ ist eines der wenigen Raucherlokale in Frankfurt. 2001 eröffnete die Bar im Erdgeschoss des Lindner Hotel Main Plazas, einem Turmähnlichen Gebäude mit goldenen Zinnen und roter Backsteinfassade, das man schon von Weitem am Mainufer erspäht. Saridakis ist seit der ersten Stunde dabei, räumte damals die ersten Flaschen in die Holzschränke hinter der Bar. Neben denen steht ein Humidor mit einer Auswahl kubanischer Zigarren, die Tische und Sessel sind aus warmem Holz mit dunkelgrünen Polstern. Das Licht ist gedämpft. Wenn man eine klassische Bar sucht, dann findet man sie hier. 

          Klassisch: Harry’s New York Bar in Frankfurt
          Klassisch: Harry’s New York Bar in Frankfurt : Bild: Johannes Krenzer

          Klassisch ist auch der Cocktail, den Saridakis zubereitet. „Im Herbst greift man eher zu dunklen, gereiften Spirituosen“, sagt er und präsentiert einen „New York Sour“, eine Variante des klassischen „Whisky Sour“. Im Jahr 1883 soll sie zum ersten Mal zubereitet worden sein, damals allerdings in Chicago, wo ein findiger Barkeeper seinen Whisky-Drink mit einem Schuss Claret, einem Bordeaux-Wein, versetzte. „Der Claret gibt dem Drink ein schönes Aussehen und einen besseren Geschmack“, so zitiert der Historiker David Wondrich in seinem Cocktail-Buch „Imbibe!“ aus einem zeitgenössichen Zeitungsinterview mit jenem Barkeeper. Es gibt eine einfache Erklärung, warum der Wein einen besseren Geschmack mitbrachte: Der fruchtige Rotwein und die Zugabe der Maraschino-Kirschen überspielten geschmacklich den zum Teil sehr schlecht destillierten Whisky. Während der Prohibition übernahm man die Variante deshalb recht gern in den New Yorker Speakeasies. Heute ist die Qualität des Whiskys ausgezeichnet, den Drink mit der fruchtigen roten Farbe macht das nur noch besser.

          Mit einem Schuss Bordeaux: der New York Sour
          Mit einem Schuss Bordeaux: der New York Sour : Bild: Johannes Krenzer

          Zutaten für den „New York Sour“

          5 cl Bourbon Whisky
          2 cl Zuckersirup
          3 cl Zitronensaft
          ½ Espressolöffel gefriergetrocknetes Eiweiß
          1 Schuss Bordeaux-Wein

          Zubereitung:

          Whisky, Zuckersirup, Zitronensaft und Eiweiß mit Eis in den Shaker geben und kräftig schütteln. In ein mit Eis gefülltes Tumbler-Glas abseihen. Mit einem Schuss Bordeaux-Wein „floaten“, also den Rotwein langsam über einen umgedrehten Löffel hinzugeben, sodass der Drink eine kräftige rote Farbe bekommt. Mit Ananas-Scheibe und Maraschino-Kirsche garnieren.

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