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Cocktail-Serie „Schön getrunken“ : Heiß wie Marilyn

Bild: FAZ.NET/ Johannes Krenzer

Die Barkeeperin Leslie Bick hat sich von einer legendären Filmszene mit Marilyn Monroe zu einem herbstlichen Cocktail inspirieren lassen. Wem wird dabei nicht warm ums Herz?

          Der Film „Manche mögen’s heiß“ ist für zwei Dinge berühmt: Marilyn Monroe singt in einem mit Diamanten besetzten Hauch von nichts „I wanna be loved by you“ – und jene Szene, in der eine Wärmflasche als Cocktail-Shaker benutzt wird. Letztere inspirierte die Frankfurter Barkeeperin Leslie Bick zum Cocktail „Daphne und Geraldine“. Keine Ahnung, worauf das anspielt? Dann hier noch einmal die kurze Zusammenfassung des Kultfilms: Tony Curtis und Jack Lemmon spielen zwei Musiker im Chicago der zwanziger Jahre. Sie sind pleite und müssen obendrein vor der Mafia fliehen. Um dem sicheren Tod zu entkommen, verkleiden sie sich als Musikerinnen und fahren mit einer Damenkapelle im Zug Richtung Florida.

          Maria Wiesner

          Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

          Züge waren damals glamourös und die Damen sehr durstig, denn es herrschte Prohibition. Und weil selten so viel getrunken wird, wie in Zeiten eines Alkoholverbots, sammeln die Damen aus ihrem Gepäck die Zutaten für einen Cocktail zusammen. Die eine hat Whisky, die andere Wermut und eine Dritte zaubert aus dem Koffer Maraschino-Kirschen hervor. Gemischt wird das alles in einer zum Cocktail-Shaker umfunktionierten Wärmflasche. Den Drink trinken die Damen aus kleinen Pappbechern und Marilyn erzählt ihrer neuen Freundin „Daphne“ (Jack Lemmon) darüber ihre Lebensgeschichte – bevor sie unter einer wütenden Tirade auf die Männer, die sie immer wieder versetzt haben, zauberhaft Eis mit einem Schlagzeugbesen zerkleinert.

          Manhattan mit einem Twist: „Daphne und Geraldine“

          Wem dabei nicht schon ganz warm ums Herz wird, dem sei der Drink zu dieser Szene nahegelegt. Die Damen mixen aus den wenigen Zutaten einen Manhattan. Barkeeperin Leslie Bick hat für die Cocktailkarte der Bar „Maxie Eisen“ im Frankfurter Bahnhofsviertel einen Manhattan mit Twist entwickelt, den sie in Anlehnung an die Hauptfiguren des Films „Daphne und Geraldine“ nennt. „Es ist ein klassischer Wintercocktail, der nicht zu schwer ist und sich gut als Aperitif eignet“, so Bick. Den Twist erhält der Cocktail durch die Zugabe einer Honig-Ingwer-Pfeffer-Infusion, die Bick selbst herstellt. Dabei wird dem Honig durch die kurzzeitige Zugabe von kleingeschnittenen Kräutern und gemahlenen Gewürzen – beispielsweise in ein Netz oder einen befüllbaren Teebeutel gewickelt – eine extra Note verliehen. Hier enthält die Honig-Infusion, durch die Zugabe von Pfeffer und Ingwer, Zutaten, die den Appetit anregen.

          Das Rezept für „Daphne und Geraldine“

          4cl Rye Whisky (Bick greift zu Woodford Reserve)
          2cl trockener französischer Wermut (Bick verwendet Noilly Prat)
          2cl süßer italienischer Wermut (Bick verwendet Antica Formula)
          1 TL Honig-Pfeffer-Ingwer-Infusion
          1 Orangenzeste

          Zubereitung:

          Der Drink wird kalt gerührt. Man benötigt dafür ein großes Rührglas, das zuvor mit Eiswürfeln gekühlt wurde. In dieses große Glas kommen der Whisky, der trockene und der süße Wermut sowie ein Löffel der Honig-Pfeffer-Ingwer-Infusion. Darauf werden so viele Eiswürfel gegeben, dass sie die Flüssigkeit in doppelter Höhe bedecken. Dann geht es ans Rühren – am besten eignet sich dafür ein langstieliger Barlöffel. In ein Cocktailglas abseihen und mit einer Orangenzeste garnieren.

          Geschüttelt in einer Wärmflasche: Marylin Monroe (rechts) und Jack Lemmon trinken Manhattans in „Manche mögen’s heiß“.

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