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Der Epokale – aus dem Jahr 2011. Bild: Wolfgang Eilmes

Kellerei Tramins „Epokale“ : 100 Punkte aus dem Stollen

Willi Stürz und seine Kellerei Tramin sind bekannt für ihre besonderen Weine – allen voran ihre Gewürztraminer. Nun hat Stürz einen Wein geschaffen, der sieben Jahre lang in einem Bergwerkstollen lagerte.

          Der Mann hat ein Händchen. Und das ist für einen Kellermeister – wie im Grunde für jeden Handwerker – ein Segen. Denn egal, wie edel ein Produkt am Ende ist, entscheidend für dessen Güte ist vor allem die ehrliche Handarbeit, die in ihm steckt. Und von ehrlicher, akribischer und geduldiger Handarbeit versteht Willi Stürz so viel wie kaum ein anderer seines Fachs. Seit mehr als 25 Jahren ist er für die Weine der Kellerei Tramin verantwortlich, und in dieser Zeit hat er die 1898 gegründete Genossenschaft mit ihren 300 Mitgliedern zu einem der bekanntesten und angesehensten Betriebe Südtirols gemacht. Vor allem die Weißweine der Cantina wie der Weißburgunder Moritz, der Pinot Grigio Unterebner und zuletzt der bemerkenswerte Chardonnay Troy haben die internationale Weinkritik überzeugt und dem 260-Hektar-Betrieb eine Reihe von Auszeichnungen eingebracht.

          Peter Badenhop

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Das Aushängeschild der Kellerei ist der Gewürztraminer, und Stürz gilt längst als einer der herausragenden Interpreten dieser Rebsorte. Mit seinem Nussbaumer hat er schon vor Jahren einen großen, trockenen Wein geschaffen, der mit seiner klaren Aromatik und seiner enormen Komplexität von vielen Kritikern als einer der besten Gewürztraminer angesehen wird. Diese bemerkenswerte Referenz hat Stürz jetzt noch einmal übertroffen - mit dem Epokale. Dabei handelt es sich ebenfalls um einen Gewürztraminer, allerdings einen mit traditioneller Spätlesen-Stilistik und spürbarer Restsüße. Um diesem Tropfen den letzten Schliff zu geben, lagert Stürz ihn jeweils sieben lange Jahre in einem Bergwerksstollen in 2000 Meter Höhe ein. Vier Kilometer tief im Berginneren, kann der Epokale in Dunkelheit bei elf Grad und konstanter Feuchtigkeit in aller Ruhe reifen, bevor er schließlich unter die Leute gebracht wird. Das ist ein enormer Aufwand - aber er lohnt sich.

          Denn nicht nur die Stammkunden der Kellerei Tramin sind von dem goldgelben, intensiv nach Blüten und exotischen Früchten duftenden, feinwürzig-saftigen Wein begeistert, sondern auch die Kritiker in aller Welt. Der "Wine Advokat" hat dem Epokale als erstem italienischen Weißwein überhaupt die Höchstnote von 100 Punkten gegeben. Eine Bewertung, auf die vor allem einer stolz sein kann: der Kellermeister Willi Stürz.

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