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Hat Ahnung von Pasta und das Hemd immer einen Knopf zu weit offen: Gennaro Contaldo (hier beim Big Feastival 2018 in Oxfordshire) Bild: Picture-Alliance

Neues Pasta-Kochbuch : Nudeln machen ist auch kochen

  • -Aktualisiert am

Nudeln sind ein Essen für alle. Ein neues Kochbuch von Jamie Olivers Mentor Gennaro Contaldo zeigt, dass Pasta mehr sein kann als die ewige Tomatensaucennudel.

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          Gennaro Contaldo ist ein echter Pasta-Fan, schreibt er gleich im Vorwort zu seinem neuen Kochbuch Pasta Mia!. Der Mann ist Fernsehkoch und Mentor des britischen Gesunde-Küche-Posterboys Jamie Oliver. Küchenrabauke Tim Mälzer hat auch mal in einem seiner Restaurants gearbeitet. Contaldo taucht gelegentlich auch auf dem Youtube-Kanal seines Schülers auf und weiht Zuschauer in die Geheimnisse der italienischen Küchen ein. Der Mann ist ein Klischee-Italiener vor dem Herrn, inklusive Hemd, bei dem immer ein Knopf zu viel offen ist und einer wüsten Mischung aus britischem Englisch mit italienischem Akzent.

          Für sein neues Kochbuch hat sich Gennaro Contaldo DIE italienische Zutat schlechthin vorgenommen: Pasta. Es ist ja nun nicht gerade so, als würde er da einen Geheimtipp in die Welt hinaustragen. Pasta ist vielseitig, das wissen wir. Mit einer guten Pasta-Sauce kann man seine Partnerin genauso beeindrucken, wie den Chef, die Oma oder die Kinder. Nudeln können alles: Egal ob mit Pesto, Miracoli-Sauce aus dem Glas oder aufwändig zubereiteten Muscheln. Wer komplett schmerzbefreit ist, kann sie sogar mit einem Schnitzel kombinieren. Pasta schmeckt allen, macht alle satt, ist günstig, kurz: ein wahres Volksessen.

          Dieses Image zelebriert Contaldo dann auch in seinem Buch. Vor allem auf den Fotos. Die zeigen ihn draußen unter freiem Himmel beim Pastaessen mit der ganzen Familie, beim Nudelteig walzen oder beim Reiben von Hartkäse. Ein unkomplizierter, netter Typ; einer der selbst anpackt, der sich die Hände schmutzig macht, einer mit viel Leidenschaft fürs Kochen und vor allem für Pasta. Das macht gute Laune und Lust, Freunde zum Nudelessen einzuladen. Contaldos Rezepte führen einmal quer durch Italien und vor allem auch quer durch soziale Schichten. Von traditionellen Schäfergerichten über die Spaghetti Alla Carrettiera, die ursprünglich von Lastwagenfahrern zubereitet worden sein soll, bis hin zu aufwändigen Rezepten mit frischer Pasta und Meeresfrüchten: Contaldo will die ganze Bandbreite.

          Sein Buch ist aufgeteilt in ein großes Kapitel über trockene Pasta, eines über frische Pasta und eines über gefüllte Pasta. Dem vorangestellt ist eine kurze ‚Propädeutik‘ der Nudel: Pasta muss in einen großen Topf, lernen wir da. Sie braucht viel Salz und wird ohne Öl im Wasser gekocht. Als kulinarischer Perfektionist darf man für die Auflistung dankbar sein, in der steht, welche Nudelsorte zu welcher Sauce passt. Wenn das nächste Mal jemand auf die Idee kommt, für die Ricotta-Sauce den Rest Farfalle aufzubrauchen, bevor sie „farfallen“ und dabei debil über sein Wortspiel lacht, kann man ihm oder ihr mit diesem Buch einen Klaps auf die Finger geben und sagen: „Falsche Nudelsorte“. Und dann vielleicht noch einen hinterher für das schlechte Wortspiel. Der Aufwand, die richtigen Nudeln zu besorgen, lohnt sich durchaus, denn man schmeckt tatsächlich einen Unterschied. Und man sieht auch, ob die Sauce gut an den gewählten Nudeln hängen bleibt, oder am Ende doch noch auf dem Teller liegt.

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