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Ólafur Elíasson im Interview : „Ein gutes Gefühl, wieder hier zu sein“

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Der Künstler Ólafur Elíasson und seine Schwester, die Gastronomin Victoria Elíasdóttir, in Reykjavik Bild: Ari Magg

Der Künstler Ólafur Elíasson und seine Schwester, die Gastronomin Victoria Elíasdóttir, kehren Berlin den Rücken – und eröffnen ein Restaurant in ihrer isländischen Heimat. Im Gespräch erzählen sie, warum.

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          Herr Elíasson, Sie sind nicht nur für Ihre Kunst bekannt, sondern auch für die Kantine Ihres Berliner Studios – die allerdings nur den gut 100 Mitarbeitern offen steht. Warum?

          Elíasson: Es geht darum, einen Raum zu schaffen, in dem sich die Mitarbeiter wohl und respektiert fühlen. Ich würde das nicht als Investment bezeichnen, aber ich erwarte sehr viel von meinem Team – da ist es nur berechtigt, dass es auch viel von mir erwartet. Das Essen gehört dazu: Wenn man 100 Mitarbeiter hat, reden bei weitem nicht alle miteinander, die Berührungspunkte werden geringer, je stärker das Team wächst. Erst beim Essen kann man im Gespräch vom „Wie wir arbeiten“ zum „Warum wir arbeiten“ kommen.

          Frau Elíasdóttir, irgendwann folgten Sie Ihrem Bruder nach Berlin.

          Elíasdóttir: Als ich 2014 nach Berlin kam, hatte Ólafur gerade sein Studio umgebaut. Die Küche zog vom Erdgeschoss in die dritte Etage. Er holte mich dazu, um die Abläufe zu verbessern: Die Küchenchefs waren alles Autodidakten, und ich hatte schon Erfahrungen in vielen Restaurants gesammelt. Sein Studio wuchs ja rasant; als ich kam, waren es 70 Leute, heute 110. Die machen großartiges Essen, aber effizient war das nicht.

          Bekannt geworden sind Sie durch ihr nordisches Restaurant in Mitte – das Dóttir.

          Elíasdóttir: Das kam eher zufällig nebenbei. Ich war mit Ólafur im Grill Royal und lernte Boris Radczun kennen. Wir verstanden uns sehr gut, und so war das Dóttir geboren, keine sechs Monate nach meiner Ankunft. Das war eine schöne Überraschung.

          Nun eröffnen Sie gemeinsam für drei Monate ein Restaurant, das an Ólafurs Kantine erinnert – aber nicht in Berlin, sondern in ihrer Heimatstadt Reykjavík. Warum?

          Elíasdóttir: Wir hatten auch an Berlin gedacht, aber das Restaurant in Island gibt uns die Möglichkeit, wieder Bande an unsere Heimat knüpfen. Zu schauen, wie sich das Land entwickelt hat. Reykjavík ist eine kleine Stadt mit einer riesigen Fülle an Restaurants. In Berlin hat mich außerdem gestört, dass ich das Meer nicht sehen kann. Reykjavík liegt an der Küste, man sieht den Ozean fast überall. Es ist ein gutes Gefühl, wieder hier zu sein.

          Elíasson: Im Marshallhúsið, wo das Restaurant untergebracht ist, habe ich auch ein kleines Studio. Ich liebe das isländische Klima, Erdbeeren und Tomaten schmecken hier einfach anders. Es war schön für uns, mal mit lokalen Zutaten zu arbeiten. Der Herbst ist außerdem eine tolle Jahreszeit, weil die Dämmerung ganz besonders ist. Nicht durchgängig hell wie im Sommer oder durchgängig dunkel wie im Winter: Der Herbst verführt das Auge mit unglaublich langen Dämmerungen, und wenn dann noch die Sonne rauskommt, entsteht eine ganz dramatische Stimmung.

          Das Restaurant soll an die Kantine erinnern. Wie kann man sich das vorstellen?

          Elíasdóttir: Es gibt einen langen Gemeinschaftstisch und viele kleinere Tische. Wer einen Tisch reserviert, kann sich entscheiden – die meisten übrigens für den Gemeinschaftstisch.

          Elíasson: Ich habe das Restaurant gestaltet mit all den Lampen und Tischen, und von der Decke hängen 24 Skulpturen, die ich aus Fundstücken vom Strand zusammengesetzt habe. Außerdem gibt es einen großen Bereich für Kinder.

          Elíasdóttir: Kinder sind uns sehr wichtig, wie überall in Island: Es gibt ein Kindermenü mit guter, ehrlicher Küche, das ich mit meinen Freunden, die Eltern sind, ausprobiert habe. Keine Pizzen, Burger, Pommes, sondern frisches, echtes Essen.

          Und für die Erwachsenen?

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