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Zum Tode des Starkochs : „Bocuse war eine Leitfigur“

Paul Bocuse beim Welt-Kochwettbewerb „Bocuse d’Or“ im Januar 2013 Bild: dpa

Im Alter von 91 Jahren ist Paul Bocuse gestorben, der berühmteste Koch Frankreichs und vielleicht der ganzen Welt. Unser Gastrokritiker Jürgen Dollase über das Wirken und Nachwirken von Bocuse.

          5 Min.

          Wenn ein einziger Name, eine einzige Persönlichkeit als Inbegriff des Spitzenkochs gilt, dann war es Paul Bocuse. Geboren 1926 in Collonges-au-Mont-d’Or, hatte er in der Küche seines Vaters begonnen und das Lokal nach dessen Tod 1959 in „L’Auberge Paul Bocuse“ umbenannt. Bis zum Jahr 1965 hatte sich Bocuse drei Michelin-Sterne erkocht – und sie nicht mehr abgegeben, bis er am Samstag mit 91 Jahren starb. Seinen Namen hatte Bocuse zur Marke gemacht und ein Gastronomie-Imperium aufgebaut. Faszinieren konnte Bocuse nicht nur durch seine Kochkünste und sein Selbstbewusstsein, sondern auch durch seine Lebenslust; über Jahrzehnte pendelte der Kochgroßmeister zwischen drei Haushalten und drei Frauen. Wir haben unseren Gastrokritiker Jürgen Dollase gebeten, Bocuse’ Bedeutung einzuordnen.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Herr Dollase, der französische Innenminister hat gestern erklärt, mit Paul Bocuse sei der „Papst der Gastronomen“ gestorben, Präsident Macron sprach von der „Inkarnation der französischen Küche“. Auch vom „Jahrhundertkoch“ war die Rede, und bei all den Superlativen kann man fast den Eindruck gewinnen, Bocuse habe praktisch das Kochen erfunden. Wie beurteilen Sie als Gastrokritiker seine Bedeutung?

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