https://www.faz.net/aktuell/stil/essen-trinken/warum-der-sauvignon-blanc-keine-berechtigung-mehr-hat-16964340.html
Bildbeschreibung einblenden

Öko-Weinbau : „Der Sauvignon Blanc hat keine Berechtigung mehr“

Die Chemie weglassen: Martin Schmidt bewirtschaftet in den Weinbergen bei Eichstetten 42 Hektar ökologisch und 100 Hektar „nachhaltig-konventionell“. Bild: Verena Müller

Dem Öko-Weinbau gehört die Zukunft, auch wenn das mehr Arbeit macht – findet der Winzer Martin Schmidt und erklärt, warum er auf pilzresistente Rebsorten schwört.

  • -Aktualisiert am
          6 Min.

          Um die Vorzüge des Öko-Weinbaus zu demonstrieren, reicht ein Spaten. Martin Schmidt, Ökowinzer aus Eichstetten am Kaiserstuhl, führt durch den Herrenbuck: Spätburgunder, Sauvignon Blanc, Chardonnay und natürlich pilzresistente Sorten wie Cabernet Blanc, Souvignier Gris oder Cabernet Cortis. Den Unterschied zwischen konventioneller und ökologischer Bewirtschaftung sieht selbst der unkundige Spaziergänger: Links wachsen Spätburgunder-Trauben eines konventionellen Winzers, rechts die ökologisch kultivierten Schmidts. Links ist der Boden hart und trocken. Das Gras ist braun, weil immer noch das Unkrautvernichtungsmittel Roundup gespritzt wird. In Schmidts Unterstock sprießen Gräser und Kräuter, in den Rebgassen wachsen Leguminosen und mehrjährige Blühpflanzen, wilde Möhre und Fenchel.

          Rüdiger Soldt
          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Der Winzer sticht mit dem Spaten ins Erdreich. Der lockere Boden gibt nach, bei den konventionellen Spätburgunder-Rebstöcken ginge das nicht so leicht: „Wenn ich die Bodenbewirtschaftung in den Unterstöcken umstelle, auf Stickstoffdüngung verzichte, Blühmischungen anbaue und gegen den Traubenwickler Pheromone einsetze, kann ich allein hiermit den Pflanzenschutzmittelverbrauch um 50 Prozent reduzieren“, sagt Schmidt, der auch Vizepräsident des Badischen Weinbauverbands ist.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Nancy Faeser bei ihrer Ankunft in Doha einen knappen Monat vor Beginn der Fußball-WM in Qatar

          Fußball-WM : Selbstbewusstes Qatar, selbstgerechtes Deutschland

          Qatar will nach der WM die strategischen Beziehungen neu ordnen. Wo­möglich kann Diplomatie die Verstimmung, die Deutschland zuletzt hervorgerufen hat, nicht mehr ausgleichen. So dringend ist Qatar nicht auf Berlin angewiesen.
          Gibt es eine spezifisch weibliche giftige Komponente im Verhalten von Frauen? Oder wollen das nur beleidigte Männerrechtler so sehen?

          Toxische Weiblichkeit : Gefährlich für Männer oder Frauen?

          Bedeutet „toxische Weiblichkeit“ wirklich nur, dass Männer genauso Frauen zum Opfer fallen wie umgekehrt? Über eine Verhaltensweise, die Frauen in enge, unbequeme Rollen presst – wie Sexismus.