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Suizid des Sternekochs Violier : „Er war ein brillanter Junge mit herausragendem Talent“

Kollegen behalten Benoit Violier als Ausnahmetalent in Erinnerung. Bild: AFP

Der Schweizer Sternekoch Benoît Violier hat sich in seinem Haus erschossen. Er war 44 Jahre alt und hatte zahllose Auszeichnungen. Seine Kollegen und Weggefährten sind fassungslos.

          Bevor an diesem Montag die Michelin-Sterne verteilt wurden, gedachten die Anwesenden in Paris des Schweizer Sternekoch Benoît Violier. Die Veranstalter baten zu Beginn der Zeremonie um eine Schweigeminute “für das Verschwinden eines sehr großen Spitzenkochs.“ Und sie fügten hinzu: “Gestern haben wir tief bewegt vom Tod Benoît Violiers erfahren.“ Die Erschütterung mag auch so groß sein, weil der Sternekoch erst 44 Jahre alt war und sich selbst gewaltsam das Leben nahm.

          Maria Wiesner

          Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

          Die Polizei des Schweizer Kantons Waadt berichtete von seinem Suizid: „Am Sonntagnachmittag hat die Polizei in Crissier die Leiche von Benoit Violier in seinem Haus entdeckt. Die Person hat sich mit einer Schusswaffe das Leben genommen“, hieß es in einer Mitteilung. Weitere Untersuchungen zu den Todesumständen seien eingeleitet worden.

          Vor dem „Hotel de Ville“ in Crissier legen Trauernde Blumen für den Sternekoch nieder.

          Der gebürtige Franzose Benoît Violier hatte früh seine Leidenschaft fürs Kochen entdeckt. Nach seiner Ausbildung zum Koch und Konditor in Paris fing er 1996 unter dem Sternekoch Frédy Girardet im „L’Hôtel de Ville“ in Crissier an. Als ein Jahr später Philippe Rochat die Leitung des Restaurants übernahm, machte er Violier zum Küchenchef. 2012 übernahm Violier dann die Leitung gemeinsam mit seiner Frau Brigitte und setzte die Arbeit seiner Mentoren Girardet und Rochat fort.

          Noch im Dezember erhielt Benoit Violier die Auszeichnung für das weltweit beste Restaurant von „La Liste“.

          Das Restaurant hielt über Jahre seine drei Michelin-Sterne, bis zuletzt. Der Restaurantführer bezeichnete Violiers Küche als „Tempel der Gastronomie“. Erst vor wenigen Wochen war das Restaurant von „La Liste“, der französischen Antwort auf die britische Liste der 50 besten Restaurants der Welt, als „Bestes Restaurant der Welt“ geehrt worden. Bei der Verleihung der Auszeichnung im Dezember wirkte Violier gelöst. Sein ehemaliger Lehrer Frédy Girardet zeigte sich nun bestürzt über die Todesnachricht: „Er war ein Schüler, den ich sehr gern hatte. Ich sehe keinen Grund für diese Tat. Er war ein brillanter Junge, mit großem Talent. Er hinterließ den Eindruck, perfekt zu sein. Diese Nachricht ist einfach nur grauenhaft.“

          Auch für die internationale Kochszene ist der Tod Violiers ein Schock. Viele berühmte Kollegen drückten ihre Trauer im Internet aus. So schrieb Paul Bocuse: „Großartiger Koch, großartiger Mann, gigantisches Talent. All unsere Gedanken sind mit der Familie und den Verwandten von Benoît Violier.“

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