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War Cheddar im Soufflé? : Sternekoch wehrt sich gegen Guide Michelin

Sternekoch Veyrat verklagt den Guide Michelin, er will einen symbolischen Euro erstreiten. Streitpunkt ist ein Soufflé. Bild: AFP

Der Sternekoch Marc Veyrat verklagt den berühmten Gastronomie-Führer Guide Michelin, weil ihm einer seiner drei Sterne entzogen wurde. Der Anwalt des Guide Michelin nennt Veyrat eine „narzisstische Diva“.

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          Der französische Spitzenkoch Marc Veyrat sieht sich „entehrt“, weil der berühmte Gastronomie-Führer Guide Michelin ihm für sein Restaurant „La Maison des Bois“ einen seiner drei Sterne entzogen hat. Gegen die Entscheidung ist der Koch mit dem schwarzen Schlapphut am Mittwoch vor Gericht gezogen. Sein Anwalt Emmanuel Ravanas verlangte bei der Verhandlung in Nanterre bei Paris, dass der Guide Michelin seine Bewertungskriterien offenlege.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          „Uns wurde gesagt, der Stern ist weg, weil der Guide Michelin sehr verstört war, bei uns Cheddar zu essen“, sagte Veyrats Anwalt. Nur sei in dem beanstandeten Soufflé gar kein englischer Käse verarbeitet gewesen, sondern eine „komplexe Mischung aus den französischen Käsesorten Reblochon und Beaufort“. Der Guide Michelin führe sein Publikum in die Irre, denn seine Entscheidungen seien nicht durch überprüfbare Kriterien untermauert, sondern nur Momentaufnahmen der Gastronomiekritiker, beschwerte sich der Anwalt, der einen symbolischen Euro Schadenersatz verlangte. Veyrat will zudem lieber ganz aus dem Michelin-Führer gestrichen werden als nur mit zwei Sternen gelistet zu sein.

          Der Anwalt des Guide Michelin, Richard Malka, nannte den Sternekoch eine „narzisstische Diva“: „Richter sind nicht dazu da, um die Eitelkeit und das übersteigerte Ego gewisser Leute zu beschützen.“ Als er seine drei Sterne verliehen bekam, habe Veyrat die Vergabemethoden nicht hinterfragt, nach dem Verlust eines Sternes reagiere er aber überempfindlich. Der gesamte Prozess sei eine „Farce“. Veyrat verlange, dass Gastronomie-Kritiker nicht mehr ihre Meinung äußern dürften, „und das, weil sein Restaurant nur noch als exzellent bewertet wird und nicht mehr als brillant“, so der Anwalt.

          Der Michelin-Verlag hat eine Gegenklage eingereicht und verlangt von dem Koch 30.000 Euro Schadenersatz. Das Urteil soll am 31. Dezember verkündet werden.

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