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Smartes Gewächshaus : Sprossen für alle, auf Knopfdruck

Smartes Gewächshaus auf drei Etagen: Herzstück des Start-ups Cell Garden. Bild: Verena Müller

Gesunde, ethisch vertretbare Ernährung ist leider oftmals nicht ganz einfach zu bewerkstelligen. Das Start-up „Cell Garden“ möchte nun genau dieses Problem mit einer App und einem smarten Gewächshaus lösen.

          Warum braucht die Menschheit nach Detoxtee, Gojibeeren und Chiapudding noch ein Superfood-Kochbuch? Weil Marina Zeisler, Alexander Lier und Josef Teips mit „Superfood Asisstant“ eine Sammlung guter veganer Rezepte verfasst und dazu gleich noch ein smartes Gewächshaus und eine App entwickelt haben. Hauptdarsteller sind dabei Sprossen – also gekeimte Saaten, die einen hohen Nährstoffgehalt haben und besonders eiweißreich sind.

          Die drei Gründer aus Aalen in Baden-Württemberg sind in ihren Dreißigern und ernähren sich nur von Pflanzen. „Du isst meinem Essen das Essen weg!“, „Komm, ich gehe Rasen mähen, dann kriegst du auch was“ – sie kennen die Witze, alle. Ist ihnen aber egal. Alexander Lier erzählt, dass er eine chronische Darmerkrankung hatte, die ihn nicht mehr plagt, seit er sich pflanzlich ernährt. Für Josef Teips war es nicht mehr möglich, Fleisch und tierische Produkte zu essen, wegen der Massentierhaltung. Marina Zeisler ging es ebenso. Sie meinen: Ihre Ernährung ist gesund, ethisch vertretbar – aber leider nicht ganz einfach zu bewerkstelligen. Wer Eiweiß aus Sprossen essen will, muss mit Keimgläsern hantieren, Einweichzeiten beachten, Schimmel bekämpfen. Um dem ein Ende zu bereiten, gründeten sie 2015 das Start-up „Cell Garden“.

          Nüsse, Hülsenfrüchte und Samen

          In einem Kasten, den sie per 3D-Drucker konstruiert haben, züchten sie seitdem „Microgreens“. In das Gewächshaus legt man nur ein Pad aus Zuckerrohrfaser mit Samen ein und füllt Wasser in einen Tank. Einweichen, Beleuchten und Gießen übernimmt das Gerät. Es ist durch die App mit einem Ernährungsplan und einer Rezeptdatenbank verbunden. Der Nutzer wählt aus, welche Gerichte er kochen will. Kürbissuppe mit gekeimten Bohnen, Buchweizensprossensalat, Pizza aus Hafersprossen zum Beispiel. Auf drei Etagen können sechs verschiedene Nüsse, Hülsenfrüchte und Samen sprießen. Die App wählt automatisch aus, welche für das Rezept gebraucht werden, und gibt vor, welche Pads eingelegt werden sollen. Das Gewächshaus liefert die Sprossen zum gewünschten Tag.

          Ein Hardware-Start-up hat es nicht leicht. Die drei Gründer haben schon etwa 600.000 Euro in ihr Projekt investiert und werden unterstützt von Pegasus-Fond, Gründerstipendien und stillen Teilhabern. Der Prototyp steht bereit. Ihr Buch verkauft sich gut, und namhafte Sportler unterstützen die Sprossen-Züchter. Bald startet eine Crowdfunding-Kampagne, um die Produktion ankurbeln zu können. So könnte sich ihr Traum erfüllen: Sprossen für alle, auf Knopfdruck.

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