https://www.faz.net/-hrx-8lpe7

Lady-Di-Köchin im Interview : „Es muss kein Kaviar sein“

  • -Aktualisiert am

Carolyn Robb mit ihren Töchtern Mandy und Lucy Bild: AJ HEATH PHOTOGRAPHY

Carolyn Robb kochte elf Jahre lang für Prinz Charles und Prinzessin Diana. Hier erzählt sie von großen Reisen, Harrys Lieblingskeksen, Williams Lieblingstorte und royaler Einfachheit.

          7 Min.

          Frau Robb, Sie sind in Südafrika aufgewachsen. Haben Sie sich schon als Kind fürs Kochen interessiert?

          O ja. Meine Mutter war eine brillante Köchin und mein Vater ein wunderbarer Gärtner. Wir hatten damals einen Garten, in dem reichlich frische Zutaten wuchsen. Alles, was es bei uns gab, war also nicht nur selbstgemacht, sondern auch selbst angebaut. Das hat mich in jedem Fall beeinflusst.

          Hatten Sie als Kind ein Lieblingsgericht?

          Ich habe alles geliebt, was meine Mutter damals gekocht hat. Besonders gut waren ihre Kuchen und ihre „Swiss roll“ (Biskuitrolle). Sie hat sie immer mit hausgemachter Marmelade gefüllt. Ich habe ihr gern dabei geholfen. Ich durfte zum Schluss immer die Enden abtrennen. Und sie dann natürlich auch essen.

          Nach einem Sprachstudium arbeiteten Sie eine Saison lang in der Gastronomie eines Schweizer Skiresorts. Dort fassten Sie den Entschluss, professionelle Köchin zu werden.

          Ja. Das war im „Hotel Jungfrau“ in Mürren. Nach meinem Entschluss ging ich dann zur „Tante Marie Culinary Academy“ in Surry. Ich habe wirklich jede Minute dort genossen.

          „Tante Marie Culinary Academy“, das klingt wie „Hogwarts School of Witchcraft and Wizardry“, die Zauberschule von Harry Potter. Was hat man bei Ihnen denn so gezaubert?

          Die Rezepte basierten größtenteils auf der klassischen französischen Cordon-Bleu-Küche. Das heißt reichlich Butter und Sahne! Es war toll, weil es sehr kleine Unterrichtsklassen waren; gerade mal 10 Leute. In einem sechsmonatigen Intensivkurs haben wir mit den Basics angefangen und dann wirklich alles behandelt. Hausgemachte Backwaren, Brote, Desserts und vieles mehr. Man lernte auch, in unterschiedlichen Küchen zu kochen, mit Gas-, Elektro- und anderen Herden. Man wurde also sehr gut darauf vorbereitet, in Privathaushalten zu kochen, was ich ja viel gemacht habe. Und es wurde einem das Selbstbewusstsein mitgegeben, alles kochen zu können, egal was es ist.

          Eines Tages wurden Sie in das Büro des Schulleiters gebeten, der ein Jobangebot für Sie hatte.

          Ja. Drei oder vier von uns wurden damals ausgewählt, um sich im Kensington Palace vorzustellen. Der Herzog und die Herzogin von Gloucester waren auf der Suche nach einem neuen Koch. Die Schule hat, glaube ich, die etwas Leiseren unter uns ausgesucht (lacht), also diejenigen, von denen sie glaubten, sie könnten sich in einem Palast benehmen. Dann hatte ich das Interview mit der Herzogin von Gloucester. Und ich hatte Glück. Es hat geklappt.

          Mit nur 21 Jahren zog Carolyn Robb in den königlichen Palast ein Bilderstrecke

          Zwei Jahre später erhielten Sie die Einladung für ein Vorstellungsgespräch bei Prinz Charles und Prinzessin Diana. Waren Sie nervös?

          Ich war natürlich unglaublich nervös! Und ich wollte den Job unbedingt haben!

          Teil des Vorsprechens war es auch, ein Gericht für die beiden zuzubereiten. Wissen Sie noch, was Sie damals gekocht haben?

          Ich weiß noch, dass es eine Vorspeise mit Fisch gab. Und ich erinnere mich, dass ich eine Eiscreme mit Passionsfrucht als Teil des Desserts serviert habe. Aber, ehrlich gesagt, ich kann mich nicht mehr erinnern, was die Hauptspeise war.

          Waren Sie denn mit sich zufrieden?

          Ja, ich hatte Hoffnung. Und dann kam eine wunderbare Nachricht von Prinz Charles. Ich wurde genommen.

          Als Sie in den Kensington Palace einzogen, waren Sie erst 21 Jahre alt. Das war doch sicher aufregend?

          Natürlich, unglaublich sogar! Ich habe schon als kleines Mädchen all die Paläste bewundert, und eines Tages setzte ich mir aus irgendeinem Grund in den Kopf: Ich will später mal für die Queen kochen. Es ist ziemlich unglaublich, dass es dann wirklich geklappt hat und ich in einem dieser Paläste wohnen durfte.

          Sie sprachen damals als Erstes mit Prinzessin Diana über die jungen Prinzen William und Harry. Was kam für die beiden auf den Tisch?

          Weitere Themen

          Von Katie Holmes bis Wolfgang Joop Video-Seite öffnen

          Beriner Fashion Week : Von Katie Holmes bis Wolfgang Joop

          Auf der Fashion Week in Berlin lassen die Modedesigner ihre neusten Kollektionen auf dem Laufsteg präsentieren. Die Bandbreite der Stile ist groß, von Katie Holmes bis Wolfang Joop findet hier jeder seinen Geschmack.

          Topmeldungen

          Ausrottung der Dinosaurier : Die Mutter der Katastrophen

          Das Massensterben der Dinosaurier und vieler anderer Arten vor 66 Millionen Jahren war sehr wahrscheinlich nicht hausgemacht. Neue Spuren führen weg von den großen Vulkanen – und hin zu einem einzelnen Ereignis.
          Eine deutsche und eine französische Flagge hängen hinter der Figur Karls des Großen am Rathaus von Aachen.

          Deutschland und Frankreich : Die einen haben Sympathie, die anderen Respekt

          Die Franzosen pflegen ein gutes Bild von Deutschland, umgekehrt ist es genauso. Allerdings deutet sich laut einer Studie ein Minderwertigkeitskomplex in unserem Nachbarland an – die Bundesrepublik ist wirtschaftlich zu erfolgreich.

          Auschwitz-Gedenken in Israel : Eine Bühne für Putin

          In Jerusalem erinnert das erste „Welt-Holocaust-Forum“ an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. Ohne politische Verwerfungen läuft das nicht ab – ein russischer Oligarch spielt dabei eine pikante Rolle.
          Das Bewusstsein für Tierwohl ist gestiegen

          Tierwohl : Wann fühlt sich die Kuh richtig gut?

          Den Deutschen ist das Tierwohl sehr wichtig. Ein verbindliches Siegel wird es aber erst einmal nicht geben. Dem steht schon das Europarecht entgegen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.