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Zwei lebende Hummer liegen in Travemünde in der Küche eines Gourmet-Restaurants. Bild: dpa

Gesetz in der Schweiz : Hummer müssen vor dem Kochen betäubt werden

  • Aktualisiert am

Gegen den Widerstand von Gastwirten zwingt die Schweizer Regierung Köche dazu, lebende Hummer vor dem Wurf in den Topf zu betäuben. Es müsse davon ausgegangen werden, dass auch Panzerkrebse leidensfähig seien.

          Wer gerne frischen Hummer isst, kennt den unschönen Vorlauf für den Schmaus: Die Krustentiere werden meist lebend ins kochende Wasser geworfen. Dabei greift die weit verbreitete Annahme, dass die Tiere sofort bewusstlos würden und stürben. Tierschützer halten das indes für ein Märchen. Sie glauben, dass der Hummer in der Hitze einen schmerzhaften Todeskampf führt, der 15 Sekunden, aber auch bis zu sieben Minuten dauern könne.

          Auf diese Einwände hat die Schweiz jetzt reagiert. Gegen den Widerstand von Gastwirten erließ die Regierung ein Gesetz, das Köche dazu zwingt, lebende Hummer, Langusten oder Krebse vor dem Wurf in den Topf zu betäuben. Ein Mittel der Wahl können Elektroschocks sein. Bisher galt diese Betäubungspflicht nur für Wirbeltiere. Es müsse aber davon ausgegangen werden, dass auch Panzerkrebse leidens- und empfindungsfähig seien, heißt es in einer Stellungnahme der Regierung.

          Demnach müssen die Krustentiere künftig auch vor der Tötung schonender gehalten werden. So dürfen sie nicht mehr direkt auf Eis oder in Eiswasser transportiert werden. Auch diese Methode ist unter Tierschützern verpönt.

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