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Salon-Champagner : Ein Tröpfchen Ewigkeit

Frisch und aromatisch: Salon-Champagner prägen leichte Orangen-, Brioche- und Ingwernoten Bild: AFP

Alle drei Jahre wird aus den besten Chardonnay-Trauben etwas ganz Besonderes. Champagner aus dem Haus Salon. Bestellen kann man ihn aber nicht, nur hoffen.

          Exklusiver geht es kaum. Das Champagner-Haus Salon ist klein, aber sein Name versetzt die Kenner in Verzückung - mitunter geradezu in Hysterie, so ist es jedenfalls zur Zeit wieder einmal zu beobachten. Seit ein paar Tagen ist der jüngste Jahrgang des Hauses im - natürlich sehr exklusiven - Handel, und schon übersteigt die Nachfrage für den Salon 2002 das Angebot von nur 60.000 Flaschen um ein Vielfaches. Die Verkaufsabteilung von Salon nimmt keine Bestellungen entgegen, sie teilt zu. Nach Deutschland gehen nicht einmal 2000 Flaschen. Wer eine ergattert, wird knapp 300 Euro auf den Tisch legen müssen. Aber den wahren Anhängern scheint der Tropfen jeden Cent wert zu sein.

          Peter Badenhop

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Das ist kein Wunder, denn Salon ist in jeder Hinsicht ungewöhnlich: Das Haus vinifiziert ausschließlich rigoros selektierte Chardonnay-Trauben, ausschließlich aus der Grand-Cru-Lage Le Mesnilsur-Oger, ausschließlich im Stahltank, ausschließlich für eine einzige Jahrgangs-Cuvée. Und die wird nur hergestellt, wenn Reben und Grundweine den hohen Qualitätsansprüchen des Kellermeisters genügen. Ansonsten wird die gesamte Ernte an das Schwester-Haus Delamotte verkauft, das im Dorf auf der Straßenseite gegenüber liegt und mit Salon eng verflochten ist.

          Ein legendäres Entwicklungspotential

          Seit 1905 wurde im Durchschnitt nur alle drei Jahre ein Salon „S“ produziert, mit dem 2002er kommt erst der 38. Jahrgang auf den Markt. In den vergangenen fünf Jahren hat nur der 2012er die Gnade des Kellermeisters gefunden. Der kommt allerdings frühestens 2024 in den Handel, denn Salon-Champagner reifen stets mindestens zehn Jahre in den Kellern des Hauses auf der Hefe, bevor sie degorgiert, etikettiert und nach und nach verkauft werden.

          Aber selbst nach so vielen Jahren der Reife haben sie ihren Höhepunkt noch längst nicht erreicht. Ihr Entwicklungspotential ist legendär. Vom 2002er sagt der Kellermeister, er werde seine volle Blüte erst in zehn bis 15 Jahren erreichen.

          Wer nicht so lange warten will und ihn schon jetzt trinken möchte, den erwartet tatsächlich ein Tropfen für die Ewigkeit, ein Champagner von herausragender Kraft und Finesse, der zwar voluminös, aber nicht schwer, sondern beschwingt und von erstaunlicher Frische und Aromatik ist. Seine typischen leichten Orangen-, Brioche- und Ingwernoten sind gepaart mit einem feinen mineralisch-salzigen Unterton. Man könnte noch ein paar Adjektive finden, aber schon diese machen ihn zu einem besonderen Erlebnis. Und zum vielleicht besten Blanc-de-Blanc-Champagner überhaupt.

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