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Spaghetti alla Puttanesca : Rettung aus dem Keller

Mit diesem Rezept empfängt man gerne Überraschungsgäste: Spaghetti alla Puttanesca. Bild: Claus Eckert

Kommen überraschend Gäste vorbei, sind sie mit Spaghetti alla Puttanesca gut bedient. Zu der pikanten Tomatensauce aus Sardellen, Oliven und Kapern können sie mit einer Anekdote aus Süditalien glänzen.

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          Leiden auch Sie unter der Zwangsvorstellung, es könnte plötzlich eine größere Besuchergruppe bei Ihnen einfallen, und Sie möchten sie aufs Beste verköstigen? Dann sollte ich ein dafür prädestiniertes Nudelrezept vorstellen. Alle essentiellen Zutaten, mit Ausnahme des Knoblauchs, den man aber in irgendeiner Form immer verfügbar haben sollte, lassen sich hervorragend auf Vorrat halten. Zum Beispiel in einem Kellerregal, das dafür reserviert ist. Die Sauce kann polarisieren – es gibt ja viele, die Meerestieren, intensiven Aromen und Schärfe skeptisch gegenüberstehen. Ich bin auch nicht begeistert, wenn meine Pizza mit ganzen Anchovis gepflastert ist. Aber in diesem Fall geht das in Ordnung: Selbst wenn die Sauce intensiv und scharf sein sollte, relativiert sich das auf dem Teller in der Mischung mit der mildernden Pasta.

          Claus Eckert
          Bildredakteur.

          Die wörtliche Übersetzung des aus Süditalien stammenden Gerichts lautet: „auf Hurenart“. Über seine Entstehung kursieren verschiedene Geschichten. Eine besagt, dass das Gericht Anfang des 20. Jahrhunderts in den Bordellen Neapels aufgekommen sei, um einerseits aus ständig verfügbaren und billigen Zutaten eine kräftige Stärkung für das Personal zu bieten und andererseits durch den betörenden Duft Kundschaft anzulocken. Eine andere Anekdote basiert darauf, dass „porca puttana“ im Italienischen auch für „Ach du Scheiße“ stehen kann. Als einmal eine hungrige Reisegruppe in ein „leergefuttertes“ Restaurant gekommen sei, habe sie den verzweifelten Wirt aufgefordert: „Dann koch uns irgendeinen Scheiß!“ Und er habe eine scharfe, pikante Tomatensauce aus Sardellen, Oliven und Kapern zusammengerührt. So kommt man in die Geschichtsbücher der Kochkunst.

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