https://www.faz.net/-hrx-8uuag

Restaurants in Los Angeles : Das kalifornische Erfolgsrezept

  • -Aktualisiert am

Japanisch: Niki Nakayama serviert im „n/naka“ auf kunstvolle Weise Traditionsküche. Bild: Magali Gauthier

Restaurants in Los Angeles schließen im Durchschnitt nach nicht einmal einem Jahr. Doch es gibt Köche, die länger durchhalten - auch zwei Deutsche füllen eine kulinarische Nische.

          7 Min.

          Es hat eine Weile gedauert. Sie musste sich monatelang herantasten, suchen, probieren und nachfragen. Doch jetzt hat sie es, sagt Besha Rodell: das Rezept für Erfolg in der kulinarischen Landschaft einer Stadt, in der Erfolg so willkürlich scheint wie das Stadtbild selbst.

          Besha Rodell ist Restaurantkritikerin, seit knapp fünf Jahren zieht sie für das Wochenmagazin „L.A. Weekly“ durch die Restaurants, Buden und Foodtrucks Südkaliforniens. Als sie anfing, war sie neu in Los Angeles, eine Außenseiterin aus Australien, die zuvor in Atlanta und in New York gelebt hatte, kulinarisch also in einer anderen Welt. Von der „unendlichen Palette internationaler Küche“ in Los Angeles war sie anfangs überwältigt.

          Drei Kriterien für ein auffallend gutes Gericht

          Inzwischen findet sie sich in der Restaurantszene gut zurecht. Um ihre Aufmerksamkeit zu erregen, muss ein Gericht dreierlei mitbringen: Gut muss es selbstverständlich sein, einzigartig, und es muss aus einer Region der Welt oder des Landes stammen, die in Los Angeles kulinarisch unterrepräsentiert ist.

          Keine Geschichte verpassen: F.A.Z. Stil bei Facebook und Instagram

          Das ist wohl die schwerste Bedingung. Denn eigentlich gibt es hier fast alles, was sich an Essbarem in den entlegensten Winkeln der Welt finden lässt. In Little Ethiopia widmet sich ein ganzer Stadtteil der würzigscharfen und dabei doch schlichten Küche Ostafrikas. „Revolutionario“ in South Central bietet einen Mix aus nordafrikanischen Gemüse- und Fleischgerichten, die nach mexikanischer Art in der Tortilla serviert werden.

          Das französische Restaurant „Mélisse“ in Santa Monica verspricht, den Gaumen sanft (und teuer) zu verwöhnen. Französische Süßspeisen und Macaroons in allen Geschmacksrichtungen stapeln sich in den Schaufenstern bei „Bottega Louie“ in Downtown - Pariser Schick, wenn auch nah an amerikanischem Kitsch.

          Unendlich viele Fusion-Restaurants

          Dazu kommen zahlreiche asiatische Restaurants, spezialisiert auf jede erdenkliche Region des Kontinents, manchmal nur auf ein einziges Gericht aus Vietnam, Japan oder China. Selbst knusprig gebratene Heuschrecken stehen auf manchen Speisekarten. Und dann gibt es noch schier unendlich viele Fusion-Restaurants, in denen vietnamesische Suppenzutaten im Baguette angerichtet werden, japanische Udon-Nudeln mit italienischer Pastasauce oder Ramen im Burgerbrötchen.

          Ganz zu schweigen von Taco Trucks, die mit ihren aggressiv blinkenden Leuchtschriftbannern auch um drei Uhr morgens noch hausgemachte Burritos, Enchiladas oder Nachos verkaufen. Sie sind wohl die einzige kulinarische Konstante im Stadtbild. Wenn Los Angeles einen typischen Geruch hätte, es wäre der von Koriander, Mais und gegrilltem Rindfleisch.

          Wie sticht man heraus aus dieser Masse von Möglichkeiten? Die Weitläufigkeit der Stadt und die breite Auswahl verbieten es jedem Koch, sich allein auf den Standort seines Restaurants zu verlassen. Ein kulinarisches Zentrum gibt es genau so wenig wie einen Stadtkern. Wer essen gehen möchte, sucht sich in der Regel ein Restaurant aus, egal wo - zu den Autoschlüsseln greifen muss man hier sowieso.

          Weitere Themen

          Von Katie Holmes bis Wolfgang Joop Video-Seite öffnen

          Beriner Fashion Week : Von Katie Holmes bis Wolfgang Joop

          Auf der Fashion Week in Berlin lassen die Modedesigner ihre neusten Kollektionen auf dem Laufsteg präsentieren. Die Bandbreite der Stile ist groß, von Katie Holmes bis Wolfang Joop findet hier jeder seinen Geschmack.

          Topmeldungen

          Demonstranten in Lausanne, einige Tage bevor sich die Wirtschafts- und Politikelite in Davos trifft. Nicht nur die Klimapolitik steht im Fokus der Protestler – auch der Kapitalismus.

          „Trust-Barometer“ : Deutsche zweifeln am Kapitalismus

          Nur noch jeder achte Deutsche glaubt, dass er von einer wachsenden Wirtschaft profitiert. Viele blicken pessimistisch in die Zukunft. Mehr als die Hälfte ist der Meinung, dass der Kapitalismus in seiner jetzigen Form mehr schadet als hilft.
          Die Weichen werden gerade neu gestellt, es geht raus aus der Kohleförderung.

          „Soziale Wendepunkte“ : Wenn der Klimaschutz ansteckend wird

          Irgendwann kippt das gesellschaftliche Klima, dann kann es doch noch klappen mit dem Stopp der Erderwärmung. Eine Illusion? Forscher haben sechs „soziale Wendepunkte“ ausgemacht, die allesamt bereits aktiviert sind – und ein Umsteuern einläuten könnten.

          F.A.Z. Podcast für Deutschland : Die neue deutsche Rolle im Libyen-Konflikt

          Kann es wirklich Frieden geben in Libyen? Der politische Herausgeber Berthold Kohler und Nahost-Korrespondent Christoph Ehrhardt sprechen darüber mit Moderator Andreas Krobok. Außerdem: Wikipedia-Gründer Jimmy Wales über Fakenews und Sportwissenschaftler Professor Daniel Memmert über immer jüngere Fußballstars.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.