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Restaurant „Le Petit Royal“ : Jetzt wird auch in Frankfurt gegrillt

Königliche Aussicht: Im „Petit Royal“ im Frankfurter Bahnhofsviertel kommen unter anderem Rotgarnelen auf den Tisch. Bild: Wonge Bergmann

Die Finanzmetropole am Main bietet mehr als schnöden Mammon, aber so ganz ohne diesen lässt sich hier auch nicht speisen: Die Macher des Berliner Szene-Restaurants „Grill Royal“ haben in Frankfurt eine Dependance eröffnet.

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          In Frankfurt ist das Geld – in Berlin das Leben. Diese von überzeugten Hauptstädtern in Umlauf gebrachte Weisheit greift ein bisschen kurz. Denn erstens steppt an der Spree nicht ununterbrochen der Bär. Und zweitens hat die Finanzmetropole am Main mehr zu bieten als schnöden Mammon. Frankfurt hat in den vergangenen zehn Jahren gewaltig aufgeholt und verfügt inzwischen nicht nur über eine bemerkenswerte Bar-Szene, sondern auch über zahlreiche nicht nur ordentliche, sondern richtig gute Restaurants. Was den Frankfurtern im Vergleich zu den Berlinern aber noch immer fehlt, sind die Promis.

          Peter Badenhop

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          So kann man es als gewagten oder zumindest selbstbewussten Schritt bezeichnen, wenn die Macher des Berliner Szene-Restaurants „Grill Royal“ jetzt am Main eine Dependance eröffnet haben. An Selbstbewusstsein scheint es ihnen aber ohnehin nicht zu fehlen: Am Rande des super-hippen Bahnhofsviertels treten sie mit ihrem in der Hauptstadt erprobten und unerhört erfolgreichen Edel-Steakhouse-Bistro-Konzept an – und rufen dabei Preise auf, die selbst im boomenden Frankfurt, das für seine zahlungskräftige internationale Community bekannt ist, nicht alltäglich sind. Immerhin entsprechen sie exakt den Summen, die das Berliner Szene-Volk für Austern, Kaviar, Hummer, Wildfanggarnelen, Premium-Steaks sowie den als Klassiker etablierten Kopfsalat und natürlich die erlesenen Weine aus der Alten Welt hinblättern muss.

          Hier geht’s rein: Das Petit Royal ist im Frankfurter Bahnhofsviertel zu finden.

          Aller Anfang ist schwer

          Von der typischen Mischung aus Maßlosigkeit, Selbstironie und Vergnügungssucht, die das Mutterhaus an der Friedrichstraße in Berlin-Mitte prägt, ist in der hessischen Dependance allerdings kaum etwas zu spüren: „Le Petit Royal“ ist ein schönes, angenehm ruhiges, hochwertig gestaltetes Souterrain-Restaurant mit 80 großzügig verteilten Plätzen in einem aus vier Gründerzeit-Villen bestehenden Ensemble, in dem die Althoff-Hotelgruppe nach spektakulärer Renovierung ihr Ameron-Neckervillen-Boutique-Hotel eröffnet hat. Anfang 2020 soll neben dem Restaurant eine schicke „French Bento Bar“ den Betrieb aufnehmen, für nächsten Sommer planen die Macher eine Terrasse auf dem Jürgen-Ponto-Platz.

          Ganz rund lief es zum Auftakt noch nicht. Wegen Schwierigkeiten mit der Lüftungstechnik in der Küche musste die offizielle Eröffnung um eine Woche verschoben werden, und am ersten Tag war weder die Seezunge, als eines von nur zwei Fischgerichten annonciert, noch das für den ersatzweise georderten Hummer hilfreiche Besteck aufzutreiben.

          So etwas passiert in den besten Häusern, wenn sich das Team noch einspielt. Aber das Frankfurter Publikum ist nicht als geduldig bekannt. Im Gegensatz zu Berlin besteht es nicht vornehmlich aus Schauspielern, Musikern, Künstlern und Politprominenz, sondern aus Businessleuten. Die sind zwar spendabel, aber eben auch leistungsorientiert – sogar bei Tisch.

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