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Jahrgang 2013 : Augen aufhalten, Weinfreunde!

  • -Aktualisiert am

Im Herbst 2013 haben die großen Kellereien in La Mancha die Mengen kaum bewältigen können. Dazu kommt der gedämpfte Inlandskonsum aufgrund der schlechten Wirtschaftslage. Aus diesen Gründen werden in den nächsten Monaten viele ordentliche und gute spanische Rotweine in unseren Supermarktregalen auftauchen. Augen aufhalten! Allerdings war auch in Spanien die Weinlese spät und der Säuregehalt der Trauben oft höher als die Norm. Das wird sich positiv auf die trockenen Weißweine auswirken (vor allem aus Galizien und Penedès). Spitzenqualität beim Rotwein wird eher die Ausnahme sein.

Portugal

2013 war die Witterung dort eine Achterbahnfahrt der Extreme, mit ungewöhnlich kühlem Frühjahr und einem selbst für portugiesische Verhältnisse sehr heißen Sommer. Die Regenfälle waren aber geringer als in den nördlichen Gebieten Spaniens. Winzer mit optimal gepflegten Weinbergen scheinen gute bis sehr gute Weine erzeugt zu haben.

Österreich

Die Winzer Niederösterreichs kämpften mit den gleichen Schwierigkeiten wie ihre Kollegen in Deutschland, hatten in einem Punkt aber Glück: Der Herbst blieb deutlich trockener als bei uns. Wer lang genug wartete, um vollreife Trauben zu lesen, wurde mit aromatischen Weinen mit moderatem Alkoholgehalt belohnt. Für hochwertige Süßweine gab es im Burgenland genug Edelfäule, und die Rotweine scheinen auch gelungen.

Kalifornien

Die kalifornischen Winzer werden den Herbst 2013 nicht so schnell vergessen. Nach einem schwierigen und mengenmäßig kleinen Herbst 2011 ernteten die Winzer des Bundesstaats, der neunzig Prozent des amerikanischen Weinbaus beheimatet, 2013 den zweiten sehr guten und üppigen Jahrgang in Folge. Manche Kellereien hatte während des Herbsts 2013 sogar Probleme, die Traubenfülle zu verarbeiten und die daraus entstehenden Weine unterzubringen. Zusammen mit dem starken Euro wird das wahrscheinlich zu einer Steigerung der Exporte nach Europa sorgen.

Südafrika

2013 ist nicht nur der mengenmäßig größte Jahrgang aller Zeiten, sondern vermutlich auch ein sehr guter Jahrgang für die trockenen Weißweine und viele Spitzenrotweine. Dahinter steckt ein später Frühling und moderater Sommer, gefolgt von idealen Bedingungen im Herbst für die Weinlese. Es wird manche Schnäppchen geben.

Australien und Neuseeland

In beiden Ländern gab es einen trockenen und warmen Sommer, der in vielen australischen Gebieten zu sehr reifen, aber saftarmen Trauben führte (Stichwort: Mengenverluste). In Neuseeland gab es an manchen Orten weniger Wein als sonst aufgrund von Frostschäden im Frühling. Allgemein scheint die Qualität aber sehr gut zu sein.

Argentinien und Chile

Der kühle, aber trockene Sommer hat in Argentinien zu eleganten Weinen mit moderatem Alkoholgehalt und animierender Säure geführt. Die Mengen sind recht groß, was Druck auf die Weinpreise ausüben wird, was wiederum für uns Konsumenten gut ist. Auf der anderen Seite der Anden hingegen war die Witterung 2012/13 weitaus problematischer. Der kühle und feuchte Frühling hat zu hier seltenen Fäulnisproblemen geführt. Der kühle Sommer war sicherlich für die Rotweine nicht optimal, aber vermutlich viel besser für die trockenen Weißweine.

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