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300 Liter pro Jahr : Ostfriesen sind Weltmeister im Teetrinken

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Erst der Kandis, dann der Tee, zuletzt die Sahne. So trinkt ein Ostfriese sein Leibgetränk. Bild: dpa

Gelöffelt, nicht gerührt. Die Ostfriesen trinken Tee nach festem Ritual. Was die Menge angeht, stehen sie Türken, Afghanen und Libyern deutlich näher als dem Rest der Deutschen.

          300 Liter Tee trinkt jeder Ostfriese durchschnittlich pro Jahr - damit sind die Norddeutschen Tee-Weltmeister. Der Teegenuss beginnt in Ostfriesland traditionell mit dem „Kluntje“, dem Kandiszucker, der zuerst in die Tasse gegeben wird. Dann wird der frisch aufgebrühte Tee darüber gegossen. Darauf kommt eine „Wulkje“ genannte Wolke aus Sahne, die mit einem Löffel eingefüllt wird. Wer anschließend umrührt, hat sich als ahnungsloser Zugereister geoutet. Die Einheimischen genießen zuerst die kühle Sahne, dann den herben Teegeschmack der Ostfriesenmischung und zuletzt den süßen Bodensatz. Tiefere Einblicke bietet das Ostfriesische Teemuseum in Norden.

          Bei den Ländern führt nach Angaben des Deutschen Teeverbands die Türkei. Dort waren es - im Mittel der Jahre 2012 bis 2014 - pro Person 283 Liter, gefolgt von Afghanistan mit 279 Litern und Libyen mit 275 Litern. Im Tee-Land Großbritannien wurden im Durchschnitt 201 Liter konsumiert.

          Deutschland als Ganzes ist dabei weit abgeschlagen: Hierzulande lag der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch gerade einmal bei 28 Litern. Die Zahlen beziehen sich auf die Klassiker Schwarz- und Grüntee, nicht auf Kräuter- und Früchtetees.

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