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Öko-Siegel für Gastronomie : Warum „Bio“ oft nicht auf der Karte steht

  • -Aktualisiert am

Gemüse oder Obst mit Bio-Siegel kaufen Verbraucher im direkten Handel gerne – doch wie sieht es bei Essengehen aus? Bild: dpa

Viele Gastronomen verzichten auf das Biolabel: zu teuer, zu kompliziert. Aber nicht nur die aufwendige Bürokratie demotiviert die gastronomische Branche. Auch der Verbraucher trägt eine Mitschuld.

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          „Bei uns gelangen die Lebensmittel direkt vom Acker auf den Teller.“ Christopher Hinze meint das wörtlich: Seit 2018 findet man den umtriebigen Spitzenkoch jeden Vormittag in der Dorf- und Hofgemeinschaft Tennental e.V. In dem Inklusionsbetrieb – einem der größten Demeterhöfe im Stuttgarter Raum – verköstigt er eine Belegschaft von 150 Menschen. Da wird morgens der Salat auf dem Feld geschnitten und sofort verarbeitet. Nebenbei zaubert er in seiner mobilen Bioküche mehrgängige Menüs für Großveranstaltungen, catert bei Privatparties oder Fine-Dining-Events und lässt auch bei Kochshows auf Messen, im Fernsehen oder in Kochkursen nichts anbraten.

          So unterschiedlich die Engagements sind, ein Prinzip zieht sich wie ein roter Faden durch: „Ich habe seit dreißig Jahren nichts mehr gekocht, was nicht bio ist“, kann Hinze, der vor Jahrzehnten das erste zertifizierte Bioland-Restaurant Baden-Württembergs gegründet hat, guten Gewissens behaupten. Der 56-Jährige zählt damit zu den Ausnahmeerscheinungen der deutschen Gastronomie.

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