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Bar in Frankfurt : Mezcal ist der neue Tequila

Betreiber Nicolas Peters (rechts) und Barkeeper Krem Milor wollen ihren Gästen Mezcal näher bringen. Bild: Wonge Bergmann

Jeder kennt Tequila – dabei ist er nur eine von vielen Mezcal-Sorten. Eine neue Bar in Frankfurt will zeigen, wie vielfältig die Spirituose aus der Agave tatsächlich ist.

          „Mezcal muss man langsam trinken“, sagt Nikolas Peters. Im September hat er das „Rabbit“ eröffnet, die erste Mezcal-Bar in Frankfurt. Den Schnaps aus Mexiko schenkt er in einem Tonschälchen aus. Zuerst schmeckt er rauchig, dann salzig, fruchtig, holzig. „Der Rauch ist wie eine Wand, durch die man durch muss“, erklärt Peters. Dann habe Mezcal eine Bandbreite, die sich mit der von Whiskey oder Rotwein vergleichen lasse.

          Julia Anton

          Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET

          Der Schnaps wird aus Agaven gewonnen, die je nach Sorte zwischen vier und 30 Jahren reifen. Dann werden sie von den Mezcaleros, den mexikanischen Bauern, geerntet. Sie kochen das Herz der Agave ein paar Tage in einem Erdloch und verarbeiten es dann weiter. Das Endergebnis enthält um die 50 Prozent Alkohol. Lange galt Mezcal als das Getränk der Bauern, und nur der Sorte Tequila schenkte man Aufmerksamkeit. Doch mittlerweile entdecken immer mehr Gastronomen in den Vereinigten Staaten und in Europa den Schnaps für sich und ihre Gäste.

          2017 hat ein Mezcalero 240 Flaschen gebrannt – im Rabbit steht Nummer 49.

          Einige haben schon von Spirituose gehört – oder eher von dem Wurm im Mezcal. Tatsächlich findet sich auch bei Peters eine Flasche mit der toten Schmetterlingsraupe am Boden im Regal. Wirklich empfehlen kann der Barbetreiber sie aber nicht. Der Wurm sei vor allem ein Marketinggag, wie Peters erklärt. Er ist ein Schädling, der manche Agavensorten befällt und ihren Geschmack etwas verändert. Die Flasche bis zum Raupe auszutrinken, sei für manche eine Art Mutprobe. Geschmacklich hätten andere Sorten aber deutlich mehr zu bieten.

          Mezcal wird hauptsächlich nach wie vor von den Bauern und nicht industriell produziert. Von einigen Sorten gibt es deshalb pro Jahr nur 80 Flaschen. Auf manchen Etiketten ist handschriftlich notiert, wie hoch die Produktion in dem jeweiligen Jahr war. Wer alle Sorten probieren will, sollte sich also beeilen. Aber: Peters hat rund 110 verschiedene Mezcals im Angebot sowie eine Karte mit eigens entwickelten Cocktails und Longdrinks rund um die Spirituose. Bier und Wein gibt es aber auch.

          Rabbit Mezcal Bar, Berger Str. 98, 60316 Frankfurt am Main
          www.rabbitmezcalbar.de

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