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Limonaden im Test : Die spritzigen Zungenkitzler

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Zitronenlimonade ist die Mutter aller Brausen. Welche aber schmeckt am besten? Wir haben zwanzig Limonaden getestet.

          Es gibt niemanden, der Wasser nicht mag. Selten jedoch erforschen wir seinen Geschmack und treffen Urteile. Für die meisten bildet das transparente Fluidum nichts weiter als eine Art Nullpunkt, einen passiven Hintergrund, vor dem sich die Welt der Aromen ausbreitet. Dass es als eigenschaftsarm wahrgenommen wird, geht wohl auch darauf zurück, dass Wasser nicht zu den magenfüllenden Nahrungsmitteln gehört. Es ist Bestandteil des Körpers, der Schluck für Schluck gleichsam in ihm versickert. Beschaffenheit und Temperatur dieses absoluten Lebensstoffs zählen vor allem. Nicht sein Duft steigt einem in die Nase, man wittert es nur.

          Trotzdem fehlt es nicht an Versuchen, Wasser interessant zu machen. Das liegt zum einen am täglichen Quantum. Da dieses beachtlich ist, sind wir auf Abwechslung bedacht. Zum anderen richtet die kulinarische Evolution höhere Ansprüche an alles, was dem Organismus zugeführt wird, gerade auch ans Flüssige. Im Fall des Weins hat das zu einer eigenen Kultur mit teilweise grotesker Terminologie geführt. Selbst wenn man die Verbindung mit Alkohol beiseitelässt, sind die Varietäten des Wassers kaum zu überschauen. Allein die Mineralwässer, denen in der letzten Dekade so viel Aufmerksamkeit galt, türmen sich heute im Getränkemarkt bis unter die Decke.

          Der Zusatz von Kohlensäure ist eine wirksame Weise, Wasser zum Klingen zu bringen. Bereits im Glas unterstreichen die sprudelnden Bläschen die seltsame Unruhe des Wassers. Prickeln auf der Zunge und Kribbeln im Hals reizen dann den Gaumen, ohne dass deutlich wahrnehmbare geschmackliche Charakteristika zum Ausdruck kämen.

          Limonade hat sich weit von der namensgebenden Frucht entfernt

          Ganz anders die Limonade. Sie nutzt die Flüssigkeit für den Transport von Kohlehydraten, und sie bliebe bloß Zuckerwasser, wenn nicht die Essigfrucht vom Baum für den Eindruck der Frische und so etwas wie aromatische Kontur sorgen würde. Der sogenannte Zitronenauszug, der in der Mutter aller Limonaden, der Zitronenlimonade oder neudeutsch Lemonade, enthalten ist, vereint das ätherische Öl der Schale mit dem Saft des Fruchtfleischs (der gerne einmal durch Ascorbinsäure ersetzt wird). Somit verbindet diese klassische Brause das Soda au Citron beziehungsweise den Lemon Squash mit der Idee des Safts aus süßen, schweren Früchten.

          Weil Limonade wie Brot und Alkohol zu den populären veganen Erzeugnissen gehört (die man freilich selten so nennt), haben wir sie zusammen mit einer Patissière verkostet, die sich zu dieser Richtung bekennt. Melanie Schwarz ist vor Jahren von Wesel nach Potsdam gekommen und hat dort im Holländischen Viertel „good dEATs“ gegründet. Binnen kurzem mauserte sich das hübsche Konditorei-Café zu einem über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Ort, der keineswegs nur Menschen anzieht, die tierische Rohstoffe meiden.

          Nicht nur, weil sie als Feinbäckerin Sinn für grammgenaue Rezepturen besitzt, sondern auch, weil die Herstellung ihren besonderen Arbeitsbedingungen verwandt ist, hat Melanie Schwarz ein Faible für Limonade. Denn der Verzicht auf Butter, Sahne und Eier nötigt zu Kompositionen, die synthetischer und naturferner sind als die meisten konventionellen.

          Schließlich hat sich auch die Zitronenlimonade als prozessiertes Erfrischungsgetränk, das sie für ihre Cupcakes verwendet, weit von der namensgebenden Südfrucht entfernt. Am Ende standen viele leere Flaschen im Raum - sowie die Erkenntnis, dass es selbst bei so etwas Trivialem wie Limonade die immer wieder zu findende Balance aus guten Zutaten ist, die zu kulinarischen Ergebnissen führt.

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